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Durch gezielte Gespräche zur Selbsterkenntnis

Gespräche sind der Hauptbestandteil der meisten Coachingprozesse und somit der relevanteste Aspekt eines Coachings. Mit Gesprächstechniken oder Gesprächsführung, die ein Coachee erlernt, wird vor allem eine gesunde Kommunikation gefördert. Im privaten und beruflichen Umfeld hängt der Erfolg oft von der Kommunikation mit Mitmenschen ab und Kommunikation, verbal und auch nonverbal, kann in vielen Fällen durch ein Coaching verbessert werden. In diesem Zusammenhang wird allerdings die besondere Gesprächsführung während eines Coachings als Methode näher beleuchtet.

Abgrenzung zu anderen Formen der Beratung und Therapie

Im Gegensatz zu der Gesprächstherapie und Gesprächspsychotherapie geht es beim Coaching nicht um psychische Krankheiten, sondern um Problemsituationen mit dem Partner, Kollegen oder Freunden. Außerdem wird diese Art von Coaching oft bei der Personalentwicklung in Firmen angewendet. Wichtig für den Erfolg eines Coachings ist ein ganz konkretes Anliegen, dass durch den Coachee mitgebracht oder gemeinsam erarbeitet wird. Allerdings leiten sich Gespräche im Coaching tendenziell aus der humanistischen Psychologie nach Carl Rogers ab. Laut der humanistischen Psychologie und der daraus entstandenen Gesprächstherapie ist der Mensch grundsätzlich ein positives Wesen, der sich verwirklichen und entfalten möchte.

Bei der ursprünglichen Gesprächstherapie steht der Klient klar im Mittelpunkt und es wird generell ein optimistisches Menschenbild vertreten. Beim Coaching mit Gesprächen ist das ähnlich: Der Coachee soll sich selbst weiterentwickeln, durch Reflexion aus Fehlern zu lernen und sich zu verwirklichen. Die Einstellung der Selbstgestaltung wird auch im Coaching bewahrt und der Coache versucht, dem Coach das größte Maß an Selbstverwirklichung zu überlassen. Dieses Prinzip wird auch Selbstaktualisierung oder Aktualisierungstendenz genannt und wird als übergeordnetes Entwicklungsprinzip menschlichen Verhaltens verstanden. Das heißt, der Mensch versucht sich auf allen Wegen zu entfalten – körperlich, geistig und seelisch. Problematisch wird es, wenn an einer bestimmten Stelle der Entwicklung eine Blockade auftritt. Dann kann es zu Hemmungen und destruktivem Verhalten kommen. An dieser Stelle setzt dann das Coaching an, um bestimmte Blockaden zu bearbeiten.

Für wen ist die Methode geeignet?

Ein Coaching, das zu großen Teilen aus Gesprächen und Kommunikation im Allgemeinen besteht, ist vor allem für Menschen geeignet, die Interesse daran haben, Selbsterfahrung zu verspüren. Selbsterfahrung beschreibt den Prozess des Reflektierens und genauen Kennenlernens der eigenen Person. Durch intensive Gespräche mit dem Coach wird das eigene Handeln von unterschiedlichen Sichtweisen beleuchtet. Das eigene Agieren, besonders in schwierigen Situationen, wird mithilfe von unterschiedlichen Gesprächstechniken analysiert und bearbeitet. Diese Form der Selbsterfahrung kann mitunter sehr intensiv sein, denn eine Auseinandersetzung mit sich selbst verläuft nicht immer positiv. Coachees beschreiben diese Erfahrung häufig als unangenehm, aber extrem hilfreich. Dem Coachee kann es außerdem helfen, die Methoden und Techniken, die im Coaching angewendet werden, für seinen eigenen Alltag zu übernehmen. Das heißt, ein Perspektivwechsel und die Kommunikation auf Metaebene können in den eigenen Alltag übertragen werden und bei schwierigen Situationen angewendet werden.

Wie läuft ein Gespräch im Detail ab?

Zu Beginn wird gemeinsam die Ausgangssituation und das Ziel des Coachings bestimmt. Dann wird beispielweise die AAA-Methode im Rahmen von Gesprächen angewandt. Diese Methode hilft dem Coach, das genaue Anliegen des Coachees herauszuarbeiten. Sie teilt den Coachingprozess in drei Teile: Den Gegenwarts-, Vergangenheits- und Zukunftsteil. Die drei As stehen hierbei für Anlass, Auslöser und Anliegen. Beim Anlass beschreibt der Coachee die aktuelle Situation und die damit einhergehenden Herausforderungen. In der zweiten Phase erklärt der Coachee, wie es zu dieser Situation kam und wie er in der Vergangenheit mit der Situation umgegangen ist. Der Coach hilft dabei, die Situation aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Beim dritten A, dem Anliegen, soll der Coachee den gewünschten Ausgangszustand beschreiben. Was wird anders, wenn die Herausforderung gemeistert ist?

Was kann man mit der Methode erreichen?

Die AAA-Methode ermöglich dem Coachee, sich seiner Problemstellung aus drei verschiedenen Blickwinkeln zu nähern. Vor allem die verschiedenen zeitlichen Ansichten eröffnen unterschiedliche Perspektiven. Dies führt zu einer erweiterten Wahrnehmung der eigenen Situation und ermöglicht vor allem die gezielte Reflexion. Außerdem hilft dem Coachee die generelle vertrauensvolle Gesprächshaltung des Coaches und die einhergehende Professionalität. Dem Coachee wird es somit erleichtert, erweiterte Erkenntnisse zu ziehen und Lösungen für sein Problem zu finden.