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Hypnose: Nur Show oder wirksame Methode?

Hypnose (griech. hypnos = Schlaf) ist eine Methode, während der eine Person in einen tranceähnlichen Zustand versetzt wird – das heißt in eine Form der Tiefenentspannung bei wachem Bewusstseinszustand. Die Tiefe der Trance hängt dabei vom Grad der Suggestibilität ab. Während der Hypnose ist die Aufmerksamkeit einer Person sehr konzentriert auf wenige Inhalte gerichtet, wodurch in diesem Zustand die erhöhte Beeinflussbarkeit genutzt werden kann, um Verhaltensweisen zu ändern und Krankheiten zu heilen. Im Unterbewusstsein sind unsere Gefühle, Erinnerungen und Erfahrungen gespeichert, welche der Hypnotiseur direkt ansprechen und Verhalten neu „programmieren“ kann. Ein hypnotischer Zustand kann nur dann eingeleitet werden, wenn sich der Klient dafür öffnet.

Für wen ist Hypnose geeignet und wie gestaltet sich der Ablauf?

Für den Coachee sind keine Vorerfahrungen mit Hypnosetechniken oder anderen Entspannungsverfahren notwendig. Die Themengebiete, die behandelt werden können, sind sehr vielfältig, denn Hypnose lässt grundsätzlich die Steuerung von psychischen Prozessen und die Verankerungen von neuen Ideen im Unterbewusstsein zu. Sowohl Gewichtsreduktion, als auch Raucherentwöhnung sind populäre Beispiele für Hypnosebehandlungen, es können allerdings alle Arten von Ängsten, Blockaden oder psychosomatischen Fragestellungen bearbeitet werden. Im Coachingbereich suchen Klienten mit Burn-Out Symptomen Hilfe durch Hypnose.

In einem Vorgespräch geht es zunächst um ein gemeinsames kennenlernen und den Vertrauensaufbau. Die Problematik wird abgesteckt sowie die Zielfindung und Fragen bezüglich der Methode besprochen. In der folgenden Sitzung wird die erste Hypnose eingeleitet, üblicherweise in halbliegender Position. Körper und Geist werden dabei maximal entspannt, was durch Methoden wie z. B. die Augenfixation gefördert wird. Während der gesamten Interventionssitzung besteht ein Dialog zwischen dem Hypnotiseur und dem Klienten, im Hypnosezustand wird dann die vorher identifizierte Problematik angesprochen und bearbeitet. Im Trancezustand ist die Vorstellungsfähigkeit erhöht und so können zum Beispiel unangenehme Erfahrungen aufgearbeitet werden, auf die im Wachzustand nicht so effektiv zugegriffen werden kann.

Nach dem Aufwecken werden Empfindungen und Gefühle besprochen sowie Techniken werden vermittelt, die auch im Alltag angewendet werden können. Die gesamte Sitzung dauert ungefähr eine Stunde. Weitere Sitzungen bauen auf die erste Sitzung auf und integrieren die Rückmeldungen des Klienten, auch Veränderungen im Alltag werden besprochen. Um das erwünschte Verhalten zu stabilisieren, können Selbsthypnose und bestimmte Übungen gut zu Hause durchgeführt werden.

Diese Voraussetzungen sollte der Coach mitbringen

Da die Hypnose ein Prozess ist, bei dem das Unterbewusstsein von außen gesteuert wird, basiert die wirkungsvolle Hypnose immer auf der Wertschätzung und dem Vertrauen des Coaches gegenüber des Coachees. Außerdem ist eine fundierte Hypnoseausbildung des Coaches unabdingbar. Hypnotherapie wird häufig von Psychotherapeuten angewendet, die zuerst eine andere Therapieform erlernt haben (wie Verhaltenstherapie). Die Hypnotherapie wird dann auf der Grundlage und in Ergänzung der vorhandenen Therapieausbildung eingesetzt.

Gängige Hypnosearten und Abgrenzung zur Show-Hypnose

Wer schon einmal eine Hypnose-Show gesehen hat, kann durch diese von der Methode abgeschreckt sein. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Hypnotiseure auf der Bühne beeinflussen Menschen, sie lassen sich Ihre „Versuchskaninchen“ auf der Bühne zum Clown machen und blamieren. Der Hypnotiseur scheint allmächtig zu sein und Menschen ganz mühelos zu absurdem und peinlichem Verhalten verleiten zu können. Diese Allmachtsfantasie führt häufig zu Bedenken und vermittelt mitunter ein falsches Bild davon, wie diese Technik im Coaching effektiv eingesetzt werden kann. Denn Show-Hypnose hat mit Hypnose im Coaching-Kontext wenig zu tun. Der Coach ist niemals in der Lage, dem Coachee absurde Ideen, Entscheidungen oder Verhaltensweisen „einzureden“. Denn dazu ist das Unterbewusstsein allein nicht in der Lage und nur auf dieses hat der Coach allerdings während der Hypnose Zugriff. Um eine Entscheidung zu treffen oder eine neue Verhaltensweise an den Tag zu legen, wird das Bewusstsein benötigt. Diese kognitive Entscheidung des Bewusstseins kann also nur im wachen Zustand getätigt werden.

Ergänzend für Coaches: Welche Weiterbildungen gibt es für diese Methode?

Auf dem Coachingmarkt gibt es diverse Hypnose-Coaching-Ausbildungen. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen einer Coaching-Ausbildung mit dem Schwerpunkt Hypnose und einer Hypnotherapie-Ausbildung. Eine Hypnose-Ausbildung variiert zeitlich zwischen einem Wochenendseminar bis hin zu mehrjährigen Fortbildung und in Deutschland gibt eine Vielzahl von Instituten, die diese Ausbildung anbieten. Eine Hypnotherapie-Ausbildung kann beispielweise am Milton Erickson Institut nach einem abgeschlossenen Studium absolviert werden. Hier wird eine Fortbildung konkret für Menschen aus therapeutischen und beratenden Bereichen angeboten. Diese Ausbildung erweitert wissenschaftlich fundiert das therapeutische Repertoire und beschleunigte bereits praktizierte Verfahren.