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Neurolinguistisches Programmieren (NLP) - eine praxisbezogene Methode

NLP steht für neurolinguistisches Programmieren, also wie im Gehirn Sprache verarbeitet und repräsentiert wird. NLP wird oft als Methode in Coaching und Beratung angewandt. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Kommunikationstechniken, die zur Veränderung von psychischen Abläufen bei Menschen genutzt werden. Es werden Elemente aus verschiedenen Richtungen von Therapieschulen, wie der Gestalttherapie, der kognitiven Therapie, der Hypnotherapie, der klientenzentrierten Therapie und des Konstruktivismus, verwendet.

In der noch recht jungen Wissenschaft haben sich Wissenschaftler aus verschiedenen Themenschwerpunkten zusammengetan haben (Physiologie, Neurologie, Sprachwissenschaft und Psychologie).

Für wen ist NLP geeignet und wie läuft das Coaching ab?

NLP kann bei privaten und beruflichen Fragestellungen, wie der Förderung des Selbstbewusstseins oder Kommunikationstechniken, angewandt werden. Viele NLP-Techniken fordern dem Coachee eine gute Vorstellungskraft ab. Einige Personen haben damit Probleme, lebendige Bilder wachzurufen, in diesem Fall ist der Start eventuell etwas schwieriger. Vor allem Personen, die ihre Erfahrungen hauptsächlich auditiv (mit dem Gehör) und kinästhetisch (durch Bewegung und Spüren) kodieren, werden es schwerer haben, zu visualisieren. Es ist allerdings möglich, die bildhafte Vorstellungskraft enorm zu verbessern. Grundsätzlich ist diese Methode für jeden geeignet, Ausnahmen bilden aber Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen und extremen Konzentrationsstörungen.

In einer NLP-Sitzung versucht der Coach zunächst, mit seinem Coachee einen Rapport, also eine gute Gesprächsverbindung, herzustellen. Mithilfe einer Vielzahl von Methoden wird dann an der Problemstellung des Coachees gearbeitet. Eine der Grundtechniken des ist das „Ankern“. Es bedeutet, ständig zwischen verschiedenen Ereignissen Verbindungen zu schaffen. Manchmal ist es notwendig, komplexe Gefühlszustände zügig abzurufen und mit der Ankertechnik das oft viel einfacher. Beim „Pacing“ (anpassen, mitgehen) spiegelt der Gesprächspartner sein Gegenüber. Es basiert darauf, dass sich Menschen, die sich gut verstehen, angleichen. Das gilt für Tonfall, Körperhaltung, Sprechtempo, Distanz und Lautstärke. Das sogenannte „Leading“ (Führen) ist eine Methode, durch neue körpersprachliche Signale oder Veränderungen in der Stimme die Führung des Gesprächs zu übernehmen. Die Methoden des Pacing und Leading wechseln sich im Laufe des Coaching-Gesprächs ab. Der Nutzen von Leading zielt in den meisten Fällen darauf ab, den Coachee dazu zu bringen, einen anderen Blickwinkel auf seine Problematik zu werfen.

Abgrenzung zu anderen Formen der Beratung und Therapie

Die meisten Vertreter von NLP sind nicht daran interessiert, eine psychologische Theorie zu erarbeiten. Es geht es vielmehr darum, ob es funktioniert. Daraus ergeben sich auch die Grundsätze dieser Methode. Diese Annahmen haben sich in der Vergangenheit bei NLP-Coaches als brauchbar erwiesen und werden seitdem bei Interventionen angewendet:

1. Menschen orientieren sich in der Welt nach ihrer individuellen mentalen Landkarte von der Welt.
2. Die beste Karte ist diejenige, die am meisten Wege zeigt.
3. Jedem Verhalten liegt eine positive Absicht zugrunde.
4. Jede Erfahrung hat eine Struktur.
5. Für jedes Problem gibt es eine Lösung.
6. Jeder Mensch verfügt über alle Kräfte, die er braucht.
7. Körper und Geist sind Teile eines Systems.
8. Die Bedeutung jeder Kommunikation liegt in ihrem Ergebnis.
9. Es gibt kein Scheitern, sondern nur Rückmeldungen.
10. Wenn etwas nicht funktioniert, versuche etwas anderes.

NLP kann nicht als Ersatz für eine herkömmliche Psychotherapie gesehen werden. Es stellt eine sehr effektive Methode dar, die aus Beobachtungen der erfolgreichsten Therapien entstanden ist. Doch bei klinischen Fragestellungen (z. B. Depressionen, Essstörungen, Schizophrenie und Psychosen) muss ein ausgebildeter Therapeut aufgesucht werden. Wird dieser Grundsatz nicht beachtet, kann es in Krisensituationen dazu führen, dass ein Coach nicht angemessen mit der Krankheit des Klienten umgehen kann.

Wie sieht es mit der wissenschaftlichen Fundierung aus?

NLP ist insgesamt eine sehr junge Disziplin, weshalb sie noch nicht komplett wissenschaftlich untersucht wurde. Generell ist NLP eine praxisbezogene Methode ist, die an Theorien erst an zweiter Stelle interessiert ist. Die im NLP verwendeten Vorannahmen sind Hypothesen und keine Theorien, jedoch haben die zugrunde liegen Fachrichtungen (Kognitionswissenschaft, etc.) durchaus Theorien entwickelt, weshalb sie als Teiltheorien des NLP gesehen werden können. Die Wirksamkeit von NLP konnte, selbst bei großem Interesse, bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. An Universitäten wird es daher häufig als unwissenschaftlich abgelehnt. Da es mehr als 30 NLP-Formate gibt, ist eine generalisierende wissenschaftliche Anerkennung von NLP als Kommunikationshilfe schwierig umsetzbar. Einzelne Methoden aus dem „Werkzeugkoffer“ des NLP sind aber an wissenschaftlich anerkannte Methoden angelehnt, wieder andere gelten in der Wirksamkeit als widerlegt.

Kritik an der Methode?

Der Methode wird nachgesagt, dass sie häufig für unethische Zwecke missbraucht wird. Gerade im Vertriebscoaching lehrt NLP, Menschen zu beeinflussen und zu manipulieren. Der beste Schutz vor Missbrauch ist daher das Wissen um die Möglichkeiten der Manipulation – mit diesem Wissen kann sich jeder vor einer solchen Manipulation schützen.