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Chef glücklich, alle glücklich: Die 5 goldenen Regeln zum Managen von Vorgesetzten

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Dr. Mehran KhazamiFührungskräfte-Coaching, Life-Coaching, Systemisches Coaching
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Viele Mitarbeiter sind Experten, wenn es um die Feststellung der Schwächen ihrer Vorgesetzten geht. Doch ein schneller Jobwechsel aufgrund der Unzufriedenheit mit dem eigenen Chef will gut überlegt sein. Fast alle Chefs haben Schwächen – manche sogar sehr viele. Diese 5 goldenen Regeln helfen Ihnen, Ihren Chef zufriedener zu machen und Ihr eigenes Arbeitsverhältnis zu verbessern.

1. Regelmäßig kommunizieren
Kommunizieren Sie in angemessenen Abständen mit Ihrem Chef und bauen Sie so systematisch Feedback in Ihre Arbeitsbeziehung ein. Grundsätzlich sind für die gegenseitige Verständigung zwei Schritte von immenser Bedeutung:

1. Auftragsbestätigung
2. Abschlussmeldung

Fassen Sie daher nach einem Gespräch mit dem Vorgesetzten zusammen, worauf Sie sich verständigt haben und bitten Sie um kurze Bestätigung beziehungsweise Korrektur. Informieren Sie Ihren Chef regelmäßig über den Status der Aufgaben und schließlich über deren Abschluss.

2. Effizient vorbereiten
„Der Chef hat nie Zeit!“ – sehr oft hört man diese Klage von Mitarbeitern. Nutzen Sie die wenige Zeit, die Sie mit Ihrem Vorgesetzten verbringen können, effizient, indem Sie das Gespräch gut und professionell vorbereiten. Geben Sie schon bei der Anmeldung Ihres Gesprächs den Zweck und das Ziel an, und nennen Sie den Zeitbedarf und die Art der Unterstützung, die Sie benötigen. Professionelle Mitarbeiter gehen sogar einen Schritt weiter und liefern im Vorfeld eine Zusammenfassung mit folgenden Inhalten:

1. Problemstellung
2. Lösungsvorschläge, inklusive der jeweiligen Vor- und Nachteile
3. Lösungsempfehlung, basierend auf Ihrer Voranalyse

3. Überraschungen vermeiden
Verheimlichen Sie niemals ein Problem vor Ihrem Chef. Weihen Sie Ihren Vorgesetzten bei ersten Anzeichen eines Problems ein und lassen Sie ihn entscheiden, ob und wie sehr er hierin eingebunden sein möchte. Manche Chefs reißen das Thema sogar komplett an sich. Auch wenn das für viele Mitarbeiter schwierig ist, ist das sein gutes Recht. Versuchen Sie sich darüber also nicht zu sehr zu ärgern.

4. Niemals unterschätzen
Vor allem jüngere und/oder akademisch gut ausgebildete Mitarbeiter neigen dazu, ihren etwas älteren beziehungsweise akademisch weniger gebildeten Chef zu unterschätzen. Auch fachlich erfahrene Mitarbeiter trauen ihrem neuen Vorgesetzten oft zu wenig zu, wenn er eventuell weniger Expertise auf dem Fachgebiet vorweisen kann als sie. Sich selbst zu überschätzen und den Chef zu unterschätzen ist jedoch fast immer ein Kardinalfehler und sollte vermieden werden. Denken Sie daran, dass der Chef in der Regel am längeren Hebel sitzt.

5. Aufmerksam beobachten
Hier die letzte und gleichzeitig wichtigste Regel: Verstehen Sie, wie der Chef tickt und was seine Stärken sind. Jeder Chef ist ein Unikat und bedarf gesonderter Behandlung. Die folgenden Fragen helfen Ihnen dabei, Ihren Vorgesetzten einzuschätzen und zu verstehen:

1. Ist mein Chef ein auditiver oder ein visueller Mensch?

Die auditiven Chefs hören sich lieber Vorträge an und stellen ihre Fragen direkt an den Vortragenden. Dabei haben sie ein Gespür für Zwischentöne und wie das Gesagte gemeint ist. Sie finden detaillierte schriftliche Ausarbeitungen bürokratisch, umständlich und ermüdend. Visuelle Chefs dagegen hören weniger zu und möchten lieber die Akten studieren. Sie brauchen alles Schwarz auf Weiß in Schriftform.

2. Bevorzugt mein Chef Informationen detailliert oder kurz und knapp?

Diese Frage können Sie beantworten, wenn Sie sich zum Beispiel ansehen, wie Ihr Vorgesetzter die Teambesprechungen organisiert: Wöchentlich oder monatlich? Kurz oder lang? Detailliert oder zusammenfassend? Für die Chefs, die „kurz und knapp“ bevorzugen, sollte man das One-Pager Format benutzen und alles Wichtige auf einer Seite zusammenfassen. Dagegen sollte man bei den Chefs, die gerne ins Detail gehen, auch auf Kleinigkeiten achten und nicht nur die groben Züge liefern.

3. Wie ist die Beziehung zu meinem Chef?

Es gibt Vorgesetzte, die sich nur auf die Arbeit konzentrieren und private Details weder preisgeben noch erfragen. Andere Vorgesetzte interessieren sich auch für zwischenmenschliche Themen außerhalb des Büros. Gehen Sie auf den jeweiligen Typ mit Fingerspitzengefühl ein.

4. Wie stark will mein Chef eingebunden werden?

Möchte Ihr Vorgesetzter bei jeder Korrespondenz zu einem bestimmten Thema in Kopie gesetzt werden? Oder bevorzugt er es, nur bei kritischen Themen einbezogen zu werden? Suchen Sie ein gesundes Maß – zu viel und der Chef fühlt sich genervt; zu wenig und er fühlt sich übergangen.

Mit diesen 5 goldenen Regeln können Sie zur Verbesserung Ihrer eigenen Arbeitssituation beitragen. Konzentrieren Sie sich vor allem auf die Stärken Ihres Chefs, anstatt seine Schwächen zu bemängeln. Denn fühlt sich Ihr Chef von Ihnen unterstützt, wird er auch Sie unterstützen.

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