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Der Trend zum E-Coaching: Chance oder Katastrophe?

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Da41245db.6686850,1.128x128Antonia AnderlandBusiness Coaching, Karriere Coaching, Konflikt Coaching, E-Coaching, Online-CoachingZum Profil

„Alles, was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert.” Wenn diese berühmte These stimmt, muss sich die Beraterbranche darauf einstellen, dass der Umbruch auch ihre Alltagspraxis erreicht. Audiovisuelle E-Coaching-Formen werden sich verbreiten – ein Trend, der nicht alle freuen wird und skeptische Fragen provoziert. Sich die Chancen, die E-Coaching bietet, aber einmal unvoreingenommen anzusehen, kann sich auch für traditionell arbeitende Berater lohnen.

 

Mobilität verändert den Coaching-Markt

Ist Präsenzcoaching einfach unersetzlich? Nun, die Telefon- und Online-Beratung hat zumindest als Zusatzangebot eine Zukunft. Die Gründe sind zunächst pragmatischer Natur: Lange Arbeitstage und Zeitverluste im Berufsverkehr erschweren es Berufstätigen, innerhalb üblicher Öffnungszeiten eine Coachingpraxis aufzusuchen. Außerdem suchen viele einen Anbieter, der nicht aus dem lokalen Umfeld stammt – nicht nur aus Diskretionsgründen, sondern weil sie einen Coach außerhalb der Region aufgrund seiner Reputation oder Spezialisierung buchen möchten.
Ganz besonders trifft das für Auslandsarbeiter zu: E-Coaching (z.B. per Videotelefonie oder Webconferencing) ermöglicht, sich in der Muttersprache beraten zu lassen. Bei starkem Unterschied der Zeitzonen ist sogar „asynchrones Coaching“ möglich: Spezialisierte Anbieter bieten dafür Dialogplattformen an, die das Fehlen von Echtzeit-Konversation versuchen zu kompensieren.

 

E-Coaching als Alternative

Der Wegfall bestimmter Verhaltensebenen, die normalerweise eine reiche Quelle für Interpretation liefern, ist auch das stärkste Argument der E-Coaching-Gegner. Für alle Telefon-Settings gilt: Körpersprache kann nicht beobachtet werden. Stimme wird zwar übertragen, aber mit Verlusten. Die Online-Video-Situation unterliegt ebenfalls typischen Beschränkungen und kann damit die Face-to-face-Beratung nicht 1:1 ersetzen. Insgesamt fehlen aus Sicht der E-Coaching-Skeptiker die „vibrations“, die nur die physische Präsenz übermitteln kann (vor allem E-Coaching abgeneigte Klienten melden Ähnliches zurück).
Die Frage „Kann Onlinecoaching dasselbe leisten wie Präsenzcoaching?“ würden viele E-Coaches allerdings als falsch gestellt bezeichnen. Nein, es leistet nicht dasselbe – es leistet, von einem gewissen Überschneidungsbereich abgesehen, etwas Anderes. Klient und Coach entwickeln andere Formen für Selbstreflexion und Feedback – in Zukunft wird es hier zu parallelen Lernprozessen kommen, um die Mankos des gewählten Mediums auszugleichen und andererseits dessen Vorteile auszureizen. Keine Frage: „It’s not for everybody“ – die junge internetaffine Designerin mit Karrierewunsch im Online-Marketing wird E-Coaching mehr goutieren als der bisher ganz „analog“ lebende Seniorchef eines Traditionsbetriebs. Es muss erforscht und erspürt werden, was individuell den höchsten Mehrwert bringt.

 

Der Klienten treiben die Veränderung voran

Fest steht: mittelfristig wird sich der Coaching-Markt massiv verändern. Bereits in unmittelbarer Zukunft wird die Zahl elektronisch gestützter Angebote in die Höhe schießen: Selfcoaching-Apps werden ungeachtet ihrer eingeschränkten Leistungsfähigkeit vermehrt nachgefragt werden. Software wird entstehen, die die gegenwärtig technisch noch problembehafteten Plattformen für audiovisuellen Echtzeitaustausch ablöst und damit die Akzeptanz des Publikums für diese Formen weiter erhöht. Nicht zu unterschätzen ist für Coaching das Potential der heute noch kaum dafür genutzten VR-Umgebungen (Virtual-Reality-Räume mit 3D-Optik, in denen Coach und Coachee vertreten durch Avatare oder in Filmsequenzen präsent sein können).
Der Markt, konkret die Klienten, werden stärker über die Entwicklung entscheiden, als klassisch orientierte Coaches es womöglich gutheißen. Wer den Trend nicht ignorieren will, für den ist auf jeden Fall „Blended Coaching“ einen Versuch wert: Präsenzcoaching wird dabei bei Bedarf kombiniert mit E-Services (wie z.B. dem Angebot von Online-Text oder Videoanalyse). Das erlaubt, zu testen, welche Erfahrungen beide Seiten damit machen. Die Chancen stehen hoch, dass die Erweiterung des Angebots speziell bei jungen oder technikaffinen Klienten als spezielles Plus vermerkt und gern genutzt wird.

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