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Was Grübeln mit Ihrem Körper macht und wie Sie der Falle entgehen

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Juliane KleinGesundheitscoachingZum Profil

Young man sitting at kitchen table with hands on face

Wer ständig grübelt, unterschätzt oft, wie das Gedanken-Karussell der eigenen Gesundheit schadet. Auf Dauer sinken nicht nur Konzentrationsfähigkeit und nächtliche Schlafdauer durch das „Kopfkino“. Wie negative Gedanken Ihre Körperfunktionen beeinflussen und Sie der Grübelfalle entkommen.

Schon wieder nachts wachliegen, ständig auf die Uhr schauen, sich von einer Seite auf die andere wälzen und über Probleme und unerledigte Aufgaben nachdenken – wer kennt das nicht? Ständig schwirren Gedanken durch den Kopf, der Schlaf will sich einfach nicht einstellen. Auch auf der Arbeit sind die Gedanken oft woanders, dadurch steigt die Fehlerhäufigkeit. Fehler, die gravierende Folgen haben können, was dann wiederum zu einem neuen Gedanken-Karussell führt.
Vielleicht kommt Ihnen jetzt der Gedanke: Ist es nicht normal, dass Menschen den ganzen Tag denken? Konstruktives Nachdenken unterscheidet sich allerdings enorm vom „Grübeln“. Nachdenken ist sachlich, zielgerichtet und lösungsorientiert. Beim Grübeln drehen sich die Gedanken wie ein Helikopter um das Problem, ohne die Lösung zu sehen. Oft geht das Grübeln noch mit negativen Emotionen, wie beispielsweise Angst, Hilflosigkeit und Ärger einher.

 

Woher kommen diese Gedanken und was sind Gedanken überhaupt?

Gedanken sind kein vages „Etwas“, sondern elektrische Impulse, die elektrische und chemische Umschaltungen im Gehirn auslösen. Gedanken sind Kräfte. Erhält das Gehirn einen elektrischen Impuls – also einen Gedanken − so wird es sofort aktiv: Schnell werden die chemische Substanzen im Körper freigesetzt und das zentrale Nervensystem wird in Bereitschaft versetzt, entsprechend zu reagieren und zu handeln. Was genau im Körper passiert und welche Gedanken in den Sinn kommen, wird vom Unterbewusstsein bestimmt, also von dem, was von Kindheit an gelernt und erfahren wurde. Eine bestimmte Reaktion eines Menschen oder eine Situation drückt immer einen „Knopf“ und das Unterbewusstsein spult automatisch das hierfür angelegte Gefühls- und Verhaltensprogramm ab.

 

Wie sich durch eine Veränderung des Denkens Ihre Gefühle ändern

Für gewöhnlich werden die Gedanken sehr wenig beachtet, das Augenmerk wird mehr auf die Gefühle gerichtet. Selbst bei sehr negativen Gefühlen wird selten nach den Gedanken geschaut. Dabei wäre genau dass sinnvoll, da die Gedanken eine sehr große Rolle bei der Entstehung der Gefühle spielen. Verändern sich die Gedanken, verändern sich auch die Gefühle. Dies ist möglich, indem alte Gedankenpfade, die nicht mehr passen, stillgelegt und neue eröffnet werden. Die ist zu jeder Zeit und in jedem Alter möglich – und zwar ziemlich schnell.

Gedanken bestimmen über Erfolg oder Misserfolg, Fortschreiten und Entwicklung oder Stehenbleiben, Gesundheit oder Krankheit. Stress zum Beispiel entsteht oft im Kopf, denn eine Situation an sich ist neutral. Erst was daraus in Gedanken gemacht wird und dann in Taten, löst Stress im Körper aus. Es gibt keinen Knopf, den man drücken kann, um die Gedanken zu verändern. Durch stetiges Üben können diese aber in eine gesundheitsförderliche Richtung, die wieder mehr Lebensfreude verspricht, gelenkt werden.

 

So lenken Sie Ihre Gedanken in eine neue Richtung

1. Die Flut an vielen überwiegend negativen Informationen, die uns über Medien wie Internet, Fernsehen oder Radio erreicht, kann schnell zu viel werden. Versuchen Sie die Überflutung an Reizen zu verringern. Alles, was tagsüber mit allen Sinnen wahrgenommen wird, verarbeitet das Gehirn nachts im Schlaf und beeinflusst bei sensiblen Menschen die Schlafqualität.

2. Schreiben Sie Aufgaben, die Sie noch erledigen müssen oder Probleme, die im Kopf kreisen vor dem Einschlafen auf ein Blatt Papier. So sind sie sicher „geparkt“, können nicht vergessen werden und getrost aus den Gedanken entfernt werden. Die Lösungssuche ist dann bei Tageslicht und mit Ruhe effektiver.

3. Achten Sie häufiger auf Ihre Körperhaltung. Bei vorn über gebeugten Schultern, hängendem Kopf und heruntergezogenen Mundwinkeln nisten sich negative Gedanken leichter ein. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bei hochgezogenen Mundwinkeln Glückshormone im Körper ausgeschüttet werden und zwar unabhängig von der derzeitigen Stimmung.

4. Vermeiden Sie Gedanken, durch die Sie sich den Ausgang einer Ihnen bevorstehende Situation negativ ausmalen. Das Unterbewusstsein kennt das Wörtchen „Nicht“ nicht und zieht dann genau das an. Die Kraft der Gedanken sollten Sie besser für positive Lebensziele einsetzen. Alle guten Sportler arbeiten mit der Kraft der Gedanken und visualisieren das zu erreichende Ziel.

5. Versuchen Sie, auch mal „Nein“ zu sagen, wenn der Kopf „raucht“ und sich abzugrenzen. Achten Sie mehrmals am Tag bewusst auf den Rhythmus Ihres Atems. Der Fokus ist auf den Augenblick gerichtet, auf das Hier und Jetzt. Negative Gedanken um Vergangenes oder die Zukunft können Sie einfach so ziehen lassen.

 

Reflektieren Sie Ihre Betrachtungsweisen

Eine andere Betrachtungsweise erleichtert auch Vieles im Leben. Bekannte Betrachtungsweisen sind: Das Glas ist halbvoll (nicht halbleer) oder Scherben bringen Glück. Folgendes Zitat macht deutlich, dass dieses Wissen schon lange bekannt ist. Der römischer Kaiser und Philosoph Marc Aurel sagte mal: „Betrachte einmal die Dinge von einer anderen Seite, als du sie bisher sahst, denn das heißt, ein neues Leben beginnen.“

 

Lernen Sie neue Dinge, die Sie interessieren

Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sorgen Hilfsbereitschaft, Lob und Komplimente für andere auch für positive Gedanken und Wohlbefinden. Auch neue Dinge lernen, die uns interessieren, kann helfen, auf andere Gedanken zu kommen. Denn wer richtig tief in eine Arbeit versunken ist, sich vielleicht in einem „Flow-Zustand” befindet, kann unmöglich gleichzeitig negative Gedanken lange pflegen. Spielende Kinder befinden sich meistens in einem Zustand des völligen „Entrücktseins“. Die Erinnerung an diese Zeit ist hilfreich, dieses „Flow-Gefühl“ bei einer Arbeit oder einem Hobby auch im Erwachsenenalter immer wieder zu empfinden.

Sollen alte Gedankenmuster dauerhaft durch neue ersetzt werden, so machen Sie sich der destruktiven Gedanken und Verhaltensweisen bewusst und üben stetig neue, konstruktive Gedankenpfade ein. Hier ist Ausdauer gefragt. Nach rund sechs bis acht Wochen (bei manchen Menschen schon früher) stellt sich oft schon eine positive Veränderung der Gedanken, des Verhaltens und der Gefühle ein.

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