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Generation 50Plus: so klappt es im Schweizer Arbeitsmarkt

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Michael WeissKonfliktcoaching, TeamentwicklungZum Profil

Rascher Wandel in der Arbeitswelt, höhere Arbeitskosten, mangelnde Weiterbildung sowie Vorurteile erschweren der Generation 50Plus den Arbeitsalltag oder die Stellensuche.

 

Generation 50Plus hat es schwer

Seit der Finanzkrise 2008 und der Frankenaufwertung reagieren viele Firmen immer schneller. Sind ältere Mitarbeitende mit ihren eher höheren Löhnen zu teuer und stimmt dazu die Leistung nicht, wird gekündigt – gerade in Grossunternehmen. KMU halten zwar länger an Älteren fest, geraten jedoch bei Leistungsdefiziten dieser Mitarbeitenden ebenso wirtschaftlich unter Druck.

Nicht nur die Kosten erschweren die Arbeitsmarktlage. Komplexere Arbeitsmittel, neue Kommunikationstechniken, aber auch moderne Organisationsstrukturen oder schnell wechselnde Aufgabenbereiche verlangen der Generation 50Plus einiges ab. Doch Unsicherheit oder Angst um den Arbeitsplatz können Leistung und Verhalten am Arbeitsplatz negativ beeinflussen. Ist der Betroffene überfordert, wird es das Team auch schnell sein. Dann drohen Konsequenzen.

Als älterer Arbeitnehmender nicht abwarten

Was tun, wenn einstige Qualifikationen nicht mehr genügen oder im Team der Anschluss verloren geht? Mit diesen Tipps macht die Arbeit wieder Spass.

1. Nicht warten, bis Defizite auffallen. Listen Sie Ihre Aufgaben auf und stellen die dafür notwendige Ausbildung gegenüber. Haben Sie diese nicht, sprechen Sie die Verantwortlichen an.

2. Doch nicht jeder Arbeitgeber kann Weiterbildungen finanzieren. Bieten Sie eine Kostenteilung an oder finanzieren es selbst (steuerlich absetzbar!). Auch hier: Aktiv sein rettet.

3. Stärken zeigen: Mit Erfahrung und Gelassenheit werden schwierige Kunden gewonnen oder andere kritische Situationen gelöst. Sie können das? Bringen Sie sich ein.

4. Manche Mitarbeiter warten ab, ob es sie erwischt. Das ist schlecht für die Gesundheit und für die eigene Leistung. Suchen Sie das Gespräch über Alternativen für Sie in der Firma.

5. Oder trauen Sie sich, neue Wege zu gehen, wenn es für Sie – warum auch immer – nicht mehr stimmt. Nur Nichtstun schadet. Der erste Schritt ist schwer, der zweite schon gar nicht mehr.

6. Fragen Sie nach Unterstützung. Ein guter Coach weiss, was Sie tun oder ändern können, damit es klappt. In wenigen Wochen sind Sie wieder obenauf. Sprechen Sie die Zuständigen an oder suchen sich externe Hilfe. So zeigen Sie der Firma den Willen etwas zu ändern, möglicherweise finanziert der Arbeitgeber sogar einen externen Coach. Der Aufwand lohnt, denn das Pensionsalter ist weiter weg, als einem lieb ist.

Was, wenn der Arbeitsplatz schon weg ist?

Der Trend zu Lean Management und kleineren Abteilungen verursacht viele Kündigungen von Ü50-Kaderleuten und Mitarbeitern. Die zunehmende Automatisierung ist ein weiterer Jobkiller. Mit 50Plus so arbeitslos zu werden, ist heikel. Begleitet von der Angst nichts zu finden, reagieren einige erst spät und kennen nach langen Jahren im Job kaum die Tricks, um sich wirkungsvoll zu präsentieren. Vielen sind ferner die eigenen Fähigkeiten wenig bewusst und sie befassen sich nicht genug mit den ausgeschriebenen Stellen und Profilen. Es folgen hektische Bewerbungen, meist nur in bekannten Bereichen. Dann hagelt es Absagen und Verzweiflung.

Hier einige Tipps, damit es besser läuft bei der Jobsuche:

1. Akzeptieren Sie die Situation. Lange trauern und Fehler bei anderen suchen bringt nichts. Vor der ersten Bewerbung ist die klare Analyse wichtig, was bisher funktioniert hat und was nicht.

2. Nicht in die Arbeit verkriechen. Starten Sie, sobald Sie den Braten riechen. Gehen Sie auf die Firma zu oder suchen externen Support. Vielleicht finanziert man Ihnen eine Outplacement-Beratung, die viel bewirken kann. Auch hier gilt: Das Angebot einer Kostenteilung kann Wunder wirken.

3. Warten Sie nicht auf Hilfe vom RAV. Erarbeiten Sie sich – am besten mit professioneller Hilfe – selbst Ihr Profil und schauen über den Tellerrand ihrer bisherigen Aufgabenstellung hinaus.

4. Klären Sie allerdings mit dem RAV-Berater, welche Arbeitsbemühungen akzeptiert sind. Für die Liste müssen Sie nicht alle Firmen der Schweiz mit Bewerbungen überfluten. Seien Sie kreativ. Das RAV anerkennt auch Gespräche als Arbeitsbemühung.

5. Verbrennen Sie sich nicht Ihr Netzwerk mit Fragen, wie «Hast Du mir einen Job?». Schimpfen Sie nicht über den alten Arbeitgeber. Vermeiden Sie die Opferrolle. Sonst verlieren Sie sehr schnell Ihre Kontakte und gelangen in einen Teufelskreis.

6. Seien Sie selbstbewusst und diskutieren über Jobideen oder Konzepte für eine Selbständigkeit. Vielleicht kommt der zündende Gedanke beim gemeinsamen Kaffee oder ihr Gesprächspartner bietet aus freien Stücken Hand an.

Flexibilität ist Trumpf

Im Bewerbungsprozess wird heute hart gesiebt. Gesucht sind junge, top ausgebildete, preiswerte, mobile und formbare Kandidaten. Dennoch haben viele leistungsfähige Arbeitnehmende 50Plus gute Chancen im Job zu bleiben, oder ihren Traumjob zu finden. Sofern sie flexibel sind, gut vorbereitet und an sich glauben. Zudem fördern einige Firmen ältere Mitarbeiter durch ein Coaching. Um sie entweder intern neu zu platzieren oder bei der externen Neuorientierung wertschätzend zu unterstützen. Bleiben Sie aktiv, dann steht Ihnen die Zukunft offen.

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