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Misserfolge nutzen – 7 Schutzfaktoren, die resiliente Menschen auszeichnen

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Sabine grosser foto.128x128Sabine GrosserBusiness Coaching, GesundheitscoachingZum Profil

w22, Essen, NRW, Deutschland

Einige Menschen können gut mit privaten oder beruflichen Krisen umgehen. Sie sind widerstandsfähig und verfügen über eine Stehaufmännchen-Kompetenz. Andere werden schlimmstenfalls krank. Doch die eigene psychische und physische Widerstandskraft können Sie fördern. Üben Sie sich in Resilienz.

Das lateinische Wort resilire bedeutet „abprallen, zurückspringen“. Was hat das mit uns Menschen zu tun? Bei der Betrachtung von Resilienz in Bezug auf die menschliche Widerstandskraft geht es darum, die eigene Fähigkeit weiterzuentwickeln, Krisen wie zum Beispiel Trennungen, Misserfolge, Krankheiten durch Nutzung persönlicher und sozial vermittelter Ressourcen zu meistern und sich dabei weiterzuentwickeln.

Immun gegen Krisen?

Jetzt heißt das nicht, dass uns Krisen nichts mehr anhaben können. Jede Krise ist natürlich eine Ausnahmesituation im Leben:

Mal angenommen Ihr Arbeitgeber trennt sich nach vielen Jahren der Betriebszugehörigkeit von Ihnen. Sie verstehen die Welt nicht mehr, weil sie immer vollen Einsatz gezeigt und gute Ergebnisse erzielt haben. Erst mal wirft Sie der Jobverlust mächtig aus der Bahn. Sie fühlen sich als Opfer, haben keine Lust mehr sich zu engagieren. Doch dann lenken Sie (mit einem Coach gemeinsam oder aus eigener Kraft) Ihren Fokus wieder auf Ihre Stärken. Sie finden heraus, was für Sie wichtig ist im Job. Plötzlich denken Sie wieder lösungsorientiert. Sie bewerben sich und nicht zuletzt wegen ihrer positiven Ausstrahlung stellt der neue Arbeitgeber Sie ein. Die Stelle passt viel besser zu Ihnen als die vorherige. Und sollten Sie noch einmal den Job verlieren, würden Sie aufgrund dieser positiven Erfahrung beim nächsten Mal viel schneller wieder aufstehen.

Was zeichnet resiliente Menschen aus? Über welche Schutzfaktoren verfügen sie?

Eine stabile Persönlichkeit beruht auf verschiedenen Faktoren. In der Literatur werden Sie unterschiedliche Bezeichnungen dieser Faktoren finden. Ich verwende am liebsten die folgenden:

Akzeptanz – Es ist wie es ist

Sie finden die Anforderungen für das Geschäftsjahr viel zu hoch. Sie haben das bereits mit den relevanten Stellen besprochen. Es wird trotzdem nichts geändert. Jetzt können Sie sich das ganze Jahr darüber aufregen. Oder Sie akzeptieren die Bedingungen, weil sie trotzdem noch besser sind als die sonst notwendige Konsequenz, den Job zu wechseln. Und erkennen an, dass Sie es sind, die sich fürs Bleiben entschieden haben. Dann konzentrieren Sie Ihre Energie wieder auf die Dinge, die Sie beeinflussen können.

(Realistischer) Optimismus – Don’t worry, be happy

Realistisch optimistische Menschen verfügen über den tief verankerten Glauben, dass Dinge gut kommen werden ohne dabei die rosarote Brille aufzusetzen. Verallgemeinern Sie also Niederlagen nicht mit Worten wie: „War ja klar, bei mir geht es ja immer schief.“ Sondern gehen Sie davon aus: „Dieses Mal hat es leider nicht geklappt, beim nächsten Mal wird es besser.“ Schätzen Sie dabei die Rahmenbedingungen realistisch ein.

Selbstwirksamkeit(-süberzeugung) – Aus eigener Kraft etwas bewegen

Wir agieren selbstsicher, wenn wir davon überzeugt sind, dass wir etwas schaffen können. Wurde diese Überzeugung nicht in die Wiege gelegt, so hilft es, sich die eigenen (auch kleinen) Erfolge bewusst zu machen. Die Selbstreflektion auf die eigenen Stärken ist ebenso wichtig wie sich die Bestätigung von außen zu holen und diese auch zu glauben. Wichtig ist dabei die Fähigkeit, die eigenen Emotionen zu steuern. Gefühle entstehen durch unsere Gedanken.

Verantwortung – Mein Anteil – Ihr Anteil

Lernen Sie Gründe für Rückschläge richtig einzuordnen und Ihren eigenen Anteil daran zu identifizieren. Übernehmen Sie Verantwortung für den Teil, den Sie beeinflussen können und lernen aus Ihren Fehlern. Bei Konflikten trennen Sie „Sache“ und „Person“.

Beziehung und Netzwerke – Zahlen Sie auf das Beziehungskonto ein

Ein wichtiger Bestandteil von Resilienz ist das Wissen darüber, nicht alleine zu sein. Dazu reicht häufig schon eine Person, der Sie vertrauen können. Das Annehmen von Hilfe ist genauso wichtig wie zu helfen. Versetzen Sie sich in die Gedanken und Gefühlswelt von anderen Menschen hinein und gleichen Bedürfnisse ab. Damit vermeiden Sie oft Konflikte – und sollte einer auftreten, können Sie ihn schneller lösen.

Lösungsorientierung – Zusammenhang von Problem und Lösung

Menschen, die im Problem verharren, brauchen häufig sehr viel mehr Zeit und Energie, um die damit verbundenen negativen Emotionen zu verarbeiten und die Schuldfrage zu klären. Stattdessen versuchen Sie Ihre eigenen Emotionen wahrzunehmen, diese neu zu bewerten und Ihr Denken in eine lösungsorientierte Richtung zu steuern. Bei Ergreifen von Maßnahmen, die zur Lösung führen, stellt sich das positive Gefühl wesentlich schneller wieder ein.

Zukunftsgestaltung und Visionsentwicklung – Neuausrichtung mit Zukunftsorientierung

Zukunftsorientierung heißt „Bilanz ziehen“ und sich auf erreichbare attraktive Ziele ausrichten. Dabei ist es wichtig, dass Sie das gesteckte Ziel autonom erreichen können und es keine negativen Gefühle bei Ihnen auslöst. Sonst haben Sie einen Zielkonflikt und finden Gründe die Erreichung zu verschieben. Das Bewusstsein über Ihre fachlichen und sozialen Kompetenzen unterstützt die Zielerreichung.

Immer wichtiger in der heutigen sich schnell verändernden Arbeitswelt wird die Fähigkeit zu improvisieren und schnelle Entscheidungen auf Basis unvollständiger Informationen zu treffen. Es geht immer häufiger um Flexibilität und Anpassungsvermögen bei Erhalt von Widerstandskraft und Souveränität.

Nachdem Sie Schutzfaktoren der Resilienz kennen, würden Sie sagen, dass Sie resilient sind? Oder anders gefragt: Welche der Faktoren würden Sie gern noch trainieren?

Fazit: Ein resilienter Mensch hat nicht weniger Krisen, aber er hat bessere Mittel damit umzugehen. Damit reduziert sich sein Stresserleben und insgesamt erhöht sich die Wirksamkeit im Unternehmen.

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