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Viele Führungskräfte machen denselben Fehler – und ihre Mitarbeiter kündigen

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Wenn Mitarbeiter kündigen, kann das viele Gründe haben. Doch in der Regel trägt die Führungskraft einen großen Teil dazu bei – mit einem weit verbreiteten Fehler.

 

Natürlich kann eine arbeitnehmerseitige Kündigung aus privaten Gründen resultieren. Der Betroffene zieht vielleicht der Liebe wegen um oder erleidet eine schwere Erkrankung und möchte beziehungsweise muss umschulen. Doch Hand aufs Herz: In den meisten Fällen kündigt ein Arbeitnehmer nur freiwillig, wenn er mit seiner aktuellen Beschäftigung dauerhaft unzufrieden ist – ohne Aussicht auf Besserung. Und genau an dieser Stelle kommt die Führungskraft ins Spiel. Mitarbeiterbindung ist nämlich auch ein Thema, das sie etwas angeht.

Warum an einer Kündigung immer (auch) die Führungskraft schuld ist

Wenn ein Mitarbeiter geht, kann dahinter ein direkter Konflikt mit dem Vorgesetzten selbst stecken. Er fühlte sich vielleicht unverstanden, gemobbt – in Form von „Bossing“ – oder schlichtweg unsichtbar, sprich zu wenig gefördert. Doch selbst, wenn es zwischen Führungskraft und Mitarbeiter oberflächlich harmonisch verläuft, fehlte es vielleicht an einer entscheidenden Zutat für das Rezept der Mitarbeiterbindung: Wertschätzung. Laut einer auf Statista veröffentlichten Studie kündigen Mitarbeiter in erster Linie aufgrund von

– einer zu schlechten Bezahlung (61,6 Prozent),

– einem schlechten Arbeitsklima (53,9 Prozent),

– einem zu langen Weg zur Arbeit (24,4 Prozent),

– mangelnden Weiterentwicklungsmöglichkeiten (22 Prozent),

– zu wenig Verantwortung (12,1 Prozent) oder

– einer schlechten Work-Life-Balance (9,2 Prozent).

Werfen wir einen genaueren Blick auf diese Liste: Für einen zu langen Arbeitsweg kann die Führungskraft reichlich wenig, zugegeben. Doch wie wäre es, dem Mitarbeiter stattdessen die Möglichkeit zum Homeoffice zu offerieren? Eine zu schlechte Bezahlung? Die Gehaltserhöhung ist in vielen Unternehmen zwar nur unter strengen Vorgaben möglich, sollte aber natürlich alle zwei Jahre stattfinden. An einem schlechten Arbeitsklima kann ebenfalls der Vorgesetzte selbst schuld sein, oder es fehlt ihm zumindest an Ideen, um dieses zu verbessern. Und auch eine ausgewogenere Work-Life-Balance sollte in Zeiten der flexiblen Arbeitsmodelle und Remote Work eigentlich kein Problem darstellen. Natürlich klingt das in der Theorie alles einfacher, als es in der Praxis ist. Doch schlussendlich wäre genau das die Aufgabe der Führungskraft: Die Probleme der einzelnen Mitarbeiter erkennen und gemeinsam eine Lösung finden. Interesse zeigen – und dadurch auch Wertschätzung.

Führen durch Angst? Ein gefährliches Konzept

Führungsstile gibt es viele, doch in Deutschland regiert leider vor allem die Führung durch Angst. Laut einer Studie der IGS Organisationsberatung Köln fühlen sich 81,7 Prozent der deutschen Arbeitnehmer von ihrer Führungskraft unter Druck gesetzt. Auch, wenn sich durch den Fachkräftemangel und demografischen Wandel in Deutschland langsam eine Verbesserung der Situation abzeichnet, empfinden sogar zwei Drittel der Befragten, dass sich die Situation in den vergangenen fünf Jahren eher verschlechtert als verbessert hat. Zwar fürchten nur rund 30 Prozent akut um ihren Arbeitsplatz, doch gleichzeitig haben knappe 45 Prozent der Beschäftigten kein Vertrauen in ihren Vorgesetzten. Etwa die Hälfte der Befragten befürchtet trotz vermeintlicher Arbeitsplatzsicherheit in Zukunft finanzielle Einbußen und mehr als 85 Prozent sind der Meinung, im Unternehmen werde gezielt Druck als Mittel der Führung eingesetzt. Anstatt die Mitarbeiter zu inspirieren oder zu fördern, um deren intrinsische Motivation zu wecken, wird bei ihnen also stetig die Angst genährt – vor Überforderung oder einem Jobverlust, wie eine weitere Studie bestätigt, welche im Jahr 2018 via Statista veröffentlicht wurde. Demnach fürchten nach wie vor 69,4 Prozent der Deutschen den Arbeitsplatzverlust.

Diese Angst machen sich nach wie vor viele Führungskräfte zunutze. Es fehlt an Lob, stattdessen beherrscht Kritik den Arbeitsalltag. Eine Vertrauensbasis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist eher die Ausnahme als die Regel. Und wo ein Mitarbeiter menschlich ist und nicht funktioniert wie ein Roboter, muss er nicht selten um seine Stelle bangen. Krank sein? Das ist ohnehin tabu! So oder so ähnlich sieht für viele deutsche Erwerbstätige der traurige Arbeitsalltag aus. Ein Konzept, das bislang vielleicht funktioniert hat, doch aktuell sowie in Zukunft für Unternehmen gefährlich werden könnte. Denn der Wandel wird kommen – wenn auch langsam.

Stichwort: Wertschätzung – So einfach kann Mitarbeiterbindung sein

Es ist eine einfache Rechnung: Der demografische Wandel in Deutschland erwirkt einen Überhang an offenen Stellen. Dieser macht sich bereits jetzt in einigen Branchen bemerkbar und wird sich zukünftig weiter ausbreiten, jeder Zuwanderung und technologischen Weiterentwicklung zum Trotz. Die Machtverhältnisse verschieben sich und die Arbeitnehmer müssen nicht mehr froh sein, überhaupt eine Stelle zu ergattern – sondern die Arbeitgeber müssen sich zunehmend Strategien einfallen lassen, um noch geeignete Mitarbeiter rekrutieren zu können. Und wofür würden Sie sich entscheiden, wenn Sie die Wahl hätten zwischen einer Arbeitsatmosphäre der Angst oder jener, die auf Vertrauen, Sicherheit und Wertschätzung basiert? Die Lage scheint klar: Deutsche Führungskräfte müssen endlich umdenken. Sie müssen die Mitarbeiter als Menschen betrachten, ihnen auf Augenhöhe begegnen und ehrliches Interesse zeigen – an ihren Wünschen, Zielen, Bedürfnissen und eben auch Problemen. Sie müssen bereit sein, gemeinsam individuelle Lösungen zu finden, Kompromisse einzugehen und dem Angestellten das Gefühl der Zugehörigkeit sowie Geborgenheit zu schenken. Nur so lässt sich Vertrauen aufbauen. Schlussendlich geht es also schlicht und ergreifend um die Wertschätzung. Sie ist die wichtigste Basis der Mitarbeiterbindung. Wo Arbeitnehmer sich wertgeschätzt fühlen, gehen sie vielleicht dennoch, aber die Wahrscheinlichkeit ist deutlich geringer. Doch wo es an Wertschätzung fehlt, ist die arbeitnehmerseitige Kündigung nur eine Frage der Zeit – garantiert!

 

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