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Machen Sie doch was Sie wollen!

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Sabine HappeBusiness Coaching, Change Management, Führungskräfte-Coaching, Life-Coaching, Karriere/ Skills-Coaching
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MirageC / Moment / Getty Images

Ziele sind für Individuen, Teams und ganze Unternehmen hoch spannend, denn sie lenken unsere Wahrnehmung auf das, was uns wichtig ist und unserer Zielsetzung entspricht.
„Goal shielding“ nennt sich dieser Effekt: Wir nehmen die relevanten Fakten, Chancen und Reize intensiver auf und schirmen Überflüssiges ab.

Diesen Effekt kennen wir alle. Stellen Sie sich vor, Sie entschließen sich dazu, ein e-Auto zu kaufen. Sie werden sich wundern, wie viele e-Autos Sie plötzlich wahrnehmen.

Bevor Sie sich den Effekt von goal shielding zunutze machen, sollten Sie jedoch überprüfen, ob das, was Sie als Ziel definieren, das ist, wo Sie tatsächlich ankommen wollen.

Gute Ziele verleihen Flügel

Ein gutes Ziel erkennen Sie daran, dass Sie morgens dafür aufstehen. Ein attraktives Ziel verleiht uns eine gute Portion Handlungsenergie.

Warum ist das wichtig? Dazu möchte ich Sie zu einem kleinen Alltagsexperiment einladen: Stellen Sie morgen früh Ihren Wecker eine halbe Stunde vor. Die Energie, die Sie brauchen, um diese halbe Stunde früher aus dem Bett zu kommen, das ist mindestens die Energiemenge, die Ihnen diese Veränderung abfordert. Können Sie nicht genug Energie für ein Ziel bereitstellen, werden Sie es schnell ad acta legen.

Wenn Sie Ziele so setzen, dass der Gedanke daran schon eine gewisse Energiemenge bereitstellt, ist dies günstig. Dann trägt Sie dies sozusagen über die „Hürde der Gewohnheit“ – hinein in Ihren Veränderungs- oder Zielerreichungsprozess. Gute Ziele stimulieren so stark, dass Sie innerlich einen hohen Drang danach verspüren, in die Umsetzung zu gehen. Ihr Ziel enthält ein echtes Motiv – Sie haben einen guten Grund „zur Tat“.

Schon viel versucht?

Sie wissen, was Sie wollen, gehen aber trotzdem nicht los? In meiner Praxis erlebe ich folgende Phänomene besonders häufig:

– das Zielbild ist so attraktiv, dass der Klient tagtäglich mehrmals daran denkt. Dadurch kann es passieren, dass er sich in eine positive innere (Affekt-) Lage bringt, die ihm vorgaukelt, dass Teile des Zieles schon längst erreicht sind und es sich daher nicht lohnt, etwas zu verändern
– das Zielbild ist nur auf den ersten Blick attraktiv, aber es melden sich Bedenken, Ängste oder äußere Restriktionen. Der Klient bewahrt sich sein Zielbild daher als Fluchtphantasie und Rückzugsort und wagt es nicht, die auftauchenden Bedenken und sein Umfeld mit dem Vorhaben zu konfrontieren
– das Zielbild ist aus linearem Denken entstanden. Ein Zielbild, das als lineare Folge z. B. des bisherigen Lebenslaufs entstanden ist, findet oft innerlich wenig Resonanz. So fragen mich Klienten „Warum bin ich nun nicht zufrieden, wo ich doch die höchste Position in meinem Bereich ergattert habe?“. Das kann daran liegen, dass innere Bedürfnisse nicht gehört und integriert wurden und somit das Ziel kein wirkliches Motiv hat – der emotionale Unterbau fehlt, das Ziel ist emotional verflacht und gibt daher auch wenig Potential für Freude her.

Richtig gute Ziele

Richtig gute Ziele sind für mich solche, die emotionale Zugkraft haben, die es erfordern, eine gewisse Strecke zurückzulegen und für die man so einiges in Kauf nimmt. Wie bekommen Sie die Formulierung eines guten Zieles hin? Es lohnt sich, einen Blick auf die Erkenntnisse der Zielforschung zu werfen. Die Hamburger Professorin Gabriele Oettingen hat sich intensiv mit der Qualität und Gelinggarantie von Zielen beschäftigt. Sie bestätigt durch ihre Forschung das, was auch ich in meiner Praxis als besonders wirkungsvoll erlebe:

1. Träumen Sie! Wenn Sie eine positive Zukunftsphantasie entwickeln, dann resultieren daraus Ziele von einer gewissen Qualität: sie sind bedürfnisorientiert, reichen weit genug und stimulieren Handlungsenergie. Wenn Sie nicht träumen, werden Sie tendenziell analytisch-lineare Ziele bilden oder Ziele, die zeitlich zu kurz fassen.
2. Kontrastieren Sie! Sie vergleichen Zielbild und Gegenwart – ähnlich wie in einem Rätselheft, in dem Sie zwei Bilder vergleichen und auf Fehler untersuchen sollen. Dort, wo beide Bilder nicht „passig“ übereinander liegen, erscheinen Ihre Veränderungsvorhaben. Erst, wenn Sie das Zielbild mit der Gegenwart vergleichen und erst, wenn Sie FRUST über den Unterschied empfinden, werden Sie etwas verändern. Oettingen sagt, durch „mentales Kontrastieren“ entsteht Handlungsenergie. Ich sage: wahrscheinlich sogar die entscheidende Portion.

Legen Sie los.
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