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Raus aus der Opferrolle! Warum ein schlechter Chef manchmal ein guter Chef ist

Buero, Business, Verzweiflung, Depression, Muenchen, Bayern, Deutschland

In deutschen Führungsetagen wimmelt es geradezu vor Narzissten, Psychopathen und anderweitig ungeeigneten Personen. Die Beförderungsstrategien vieler Unternehmen sind fragwürdig und so werden leider nicht immer jene Angestellte mit Empathie und sozialen Kompetenzen in Führungspositionen gehoben, sondern allerhand fragwürdige Persönlichkeiten, die zwar vielleicht fachlich brillant sind oder einen Sinn für erfolgreiches Selbstmarketing haben, nicht aber für die Führung von Mitarbeitern. Was sollten Sie tun, wenn Sie das „Opfer“ eines solchen schlechten Chefs sind?

 

„Opfer“ ist genau das Stichwort, um welches es in diesem Fall geht. Viele Betroffene machen den Fehler, sich in die Opferrolle zu begeben und im Selbstmitleid zu versinken, wenn sie es mit einer ungeeigneten Führungskraft zu tun haben. Dies mag zwar verständlich sein, ist gleichzeitig aber der größte Fehler, welchen Sie in dieser schwierigen Situation begehen können. Sich in der Opferrolle zu suhlen, ist eigentlich in jeder Lebenssituation eine schlechte Entscheidung. Dadurch schieben Sie nämlich die Verantwortung von sich und geben sich der Illusion hin, Sie seien den Umständen machtlos ausgeliefert. In Wahrheit sollten Sie einen schlechten Chef stattdessen als Geschenk betrachten – denn Sie können von ihm viel lernen.

 

Das Geschenk eines „schlechten Chefs“

Wenn Sie einmal den Blickwinkel ändern, sind die schwierigsten Lebenssituationen im Nachhinein nämlich stets diejenigen, welche Sie als Persönlichkeit weitergebracht haben. Es heißt, Weiterentwicklung sei nur durch Leid möglich. Glück hingegen sorgt für Stillstand. Wenn Sie also unter einem schlechten Chef leiden, sollten Sie die Situation konstruktiv nutzen und in etwas Positives verwandeln. Was Sie von so einem Vorgesetzten lernen können, fragen Sie sich nun verwundert? Ganz einfach:

– Erst einmal lernen Sie, wie gute Führung nicht geht.

– Gleichzeitig sollten Sie ein Bewusstsein dafür entwickeln, wann Sie sich in die Opferrolle begeben – um sich anschließend aktiv daraus zu befreien.

– Sie lernen, die Initiative zu ergreifen und sich persönlich sowie beruflich weiterzuentwickeln, um der schwierigen Situation zu entkommen.

– Wenn es an äußerer Motivation mangelt, können Sie die Chance nutzen, um Ihre intrinsische Motivation zu erhöhen.

– Je nach Inkompetenz des Chefs lernen Sie, für sich selbst einzustehen, klare Grenzen zu ziehen und sich auch im Berufsleben von einem scheinbaren Machtgefälle nicht beeindrucken zu lassen.

Schlussendlich begreifen Sie vielleicht, dass das Berufsleben nur das halbe Leben ist und dass Sie jedem unbefristeten Arbeitsvertrag zum Trotz kündigen und sich einen neuen Job suchen könnten. Ein schlechter Chef führt Sie also bestenfalls zu der Einsicht, dass Sie ein freier und mündiger Mensch sind und Ihnen das auch keine inkompetente Führungspersönlichkeit nehmen kann.

 

Tipps für den Umgang mit einem schlechten Chef

So viel zur Theorie. Aber wie sollten Sie in der Praxis mit solchen schlechten Chefs hantieren?

1. Reflektieren Sie sich in regelmäßigen Abständen selbst und entwickeln Sie dadurch ein Bewusstsein für Ihr Befinden. Fragen Sie sich zum Beispiel einmal im Monat: Bin ich momentan im Job glücklich und wenn nicht, weshalb?

2. Sollte Ihr Chef daran schuld sein, versuchen Sie, die konstruktiven Gründe dafür zu erfassen. „Ich mag seine Frisur nicht“ ist wohl eine eher schlechte Ursache für das Unbehagen, „Er ist Choleriker und halst mir zu viel Arbeit auf“ wäre hingegen verständlich.

3. Prüfen Sie nun, ob eventuell ein Vieraugengespräch mit dem Vorgesetzten Früchte tragen könnte. Manchmal ist sich der Chef seiner Fehler überhaupt nicht bewusst.

4. Bei Personen mit narzisstischer Ausprägung oder anderen kritikunfähigen Zügen sollten Sie hingegen keinen Konflikt ausreizen. Suchen Sie die Lösung stattdessen bei sich selbst. Setzen Sie klare Grenzen und fragen Sie sich: Was ist für mich in Ordnung und wann wird es Zeit, Konsequenzen zu ziehen?

5. Solche Konsequenzen können eine Kündigung oder interne Versetzung sein, vielleicht aber auch einfach ein klares „Nein“ gegenüber dem Chef.

6. Suchen Sie sich sozialen Rückhalt im Unternehmen sowie im Privatleben, beispielsweise durch Kollegen, Familie oder Freunde. Diese stellen einen Ausgleich und eine Stütze dar, wenn es zwischen Ihnen und der Führungskraft zu Problemen kommen sollte.

7. Zuletzt sollten Sie Ihre Gesundheit im Blick behalten. Wenn Sie merken, dass die Situation Sie zunehmend belastet und dass sich gesundheitliche Beschwerden entwickeln, ziehen Sie die Notbremse, bevor es zu spät ist.

 

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