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Warum es das Ziel jeder guten Führungskraft sein sollte, sich selbst überflüssig zu machen

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Kai hess foto.128x128Kai HessFührungskräfte-Coaching, Verkaufscoaching, Selbst- und ZeitmanagementZum Profil

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Die beste Führungskraft ist die, bei der die Arbeit auch weiterläuft, wenn sie wegen Terminen, Krankheit oder Urlaub nicht da ist. Bleibt während Ihrer Abwesenheit die Arbeit jedoch liegen, geschehen viele Fehler oder quillt nach Ihrer Rückkehr der Schreibtisch über, ist es Zeit, Ihre eigene Haltung zu überdenken und Ihre Mitarbeiter stärker zu entwickeln.

Eine Ihrer wichtigsten Aufgaben als Führungskraft ist die Mitarbeiterentwicklung. In der Praxis erlebt man aber oft genau das Gegenteil. Führungskräfte erzählen (oder beklagen sich darüber), wie beschäftigt sie sind, wieviel sie zu tun haben, um was sie sich alles kümmern müssen. Als Gründe nennen sie unselbstständige, wenig motivierte Mitarbeiter oder ihre eigene hohe Fachkompetenz, die in der Abteilung einzigartig sei.

Das Umfeld erfolgreich machen

Sicherlich sind Sie als Führungskraft oft der beste Fachmann oder haben die meiste Erfahrung. Häufig geht es auch schneller, wenn Sie eine Arbeit selbst erledigen. Doch Ihre Aufgabe als Führungskraft ist es nicht, „alles in der Hand“ zu haben, auf alles Einfluss zu nehmen und überall zu agieren. Vielmehr ist es Ihre Aufgabe, Ihr Umfeld erfolgreich zu machen. Übertrieben gesagt, sollte es Ihr Ziel sein, sich selbst in der operativen Tätigkeit überflüssig zu machen.

Eine Blockadehaltung schadet nur

Die Idee der „überflüssigen Führungskraft“ mag zunächst erschrecken. Häufig liegt der Grund für eine zu geringe Mitarbeiterentwicklung in der eigenen Blockadehaltung: „Wenn ich meine Mitarbeiter auf mein Niveau bringe, werde ich selbst entlassen.“ – „Wenn ich mein Wissen und Können für mich behalte, ist meine Position im Unternehmen sicherer.“ – „Wenn ich in die Entwicklung meiner Mitarbeiter investiere, haben sie bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und kündigen.“

Ein weiterer Grund für eine mangelhafte Mitarbeiterentwicklung kann aber auch sein, dass Ihnen die operative Arbeit einfach Spaß macht und Sie daher keine Zeit oder keine Lust haben, Ihre Mitarbeiter in Ihre Tätigkeit einzubeziehen. Doch eine solche Einstellung ist auf Dauer geschäftsschädigend und widerspricht Ihrem Auftrag als Führungskraft. Wie also können Sie Ihre Mitarbeiter optimal entwickeln?

– Zunächst müssen Sie sich Zeit dafür nehmen. Wer Tag und Nacht in operativer Tätigkeit steckt, hat keine Zeit für Führung.
– Machen Sie sich einen Plan zu jedem Mitarbeiter. Überlegen Sie, wo jeweils seine persönlichen und fachlichen Stärken liegen, wo er individuell weiterentwickelt werden kann und wo Sie ihn unterstützen können. Legen Sie fest, was Sie mittel- und langfristig von ihm erwarten wollen und können.
– Erklären Sie Ihrem Mitarbeiter anschließend, wie Sie ihn sehen und was Sie von ihm erwarten.
– Im nächsten Schritt besprechen Sie gemeinsam konkrete Entwicklungsschritte und vereinbaren Sie Ziele und Zwischenziele. Wichtig ist hier ein Handlungsplan, der vor allem vom Mitarbeiter erstellt und erarbeitet wird. Nur so erreichen Sie hinterher auch eine hohe Identifikation beim Mitarbeiter.
– Jetzt müssen Sie Ihrem Mitarbeiter die vereinbarte Zeit und Unterstützung gewähren. Vergessen Sie dabei aber niemals die Kontrolle und ausreichendes Feedback.

Es gibt sicherlich unzählige Wege, wie Sie Ihre Mitarbeiter entwickeln können. Zu den Wichtigsten gehören:

– Ermöglichen Sie Schulungen und Weiterbildungen.
– Richten Sie Patenschaften durch erfahrene Kollegen oder ein Team ein.
– Delegieren Sie Verantwortung und binden Sie Ihre Mitarbeiter in Entscheidungen ein.
– Führen Sie ein, dass kein Mitarbeiter mit einem Problem zu Ihnen kommen darf, ohne einen eigenen Lösungsansatz mitzubringen.
– Geben Sie häufiges Feedback und führen Sie Standort- und Zielvereinbarungsgespräche.
– Teilen Sie wichtige Informationen und dokumentieren Sie Abläufe.
– Erstellen Sie für neue Mitarbeiter einen Einarbeitungsplan.
– Stellen Sie Ihren Mitarbeitern Herausforderungen.
– Bieten Sie Unterstützung.
– Übernehmen Sie als Führungskraft eine Vorbildfunktion.

Mittelfristig lohnt sich der Aufwand

Mitarbeiterentwicklung ist zunächst natürlich mit mehr Aufwand verbunden, als wenn Sie alles selbst machen. Doch mittelfristig gewinnen Sie Zeit! Sie können sich auf ruhigere Urlaube und Feierabende freuen, da Ihre Mitarbeiter weniger Rückfragen haben, selbständiger arbeiten und weniger Fehler machen. Sie haben mehr Zeit für die Erledigung Ihrer Führungsaufgaben. Mit Ihren Vorgesetzten, Kunden, Kollegen haben Sie weniger Ärger, weil Sie bessere Mitarbeiter haben.

Motiviertere Mitarbeiter, die eigene Ideen einbringen, arbeiten engagierter. Und am Ende werden Sie mit ziemlicher Sicherheit feststellen, dass Sie sich durch eine kompetente Mitarbeiterentwicklung nicht etwa selbst überflüssig gemacht haben, sondern von Vorgesetzten und Mitarbeitern gleichermaßen Anerkennung ernten – schließlich sind Sie ja die perfekte Führungskraft!

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