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Warum Lehrercoaching immer wichtiger wird

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Tanja SchertenleibGründungscoaching, Systemisches Coaching, Business CoachingZum Profil

Matthias Tunger / DigitalVision / Getty Images

Lehrkräfte stehen im beruflichen Alltag vor einer Vielzahl von persönlichen und fachlichen Herausforderungen und Belastungen. Oftmals fehlt es jedoch an der richtigen Unterstützung, um Lehrkräften effektive Lösungen für den Berufsalltag aufzuzeigen.

In einer Zeit, in der die Integration groß geschrieben wird, sind wir täglich aufs Neue gefordert, dem Nachwuchs mit seinem Potential und Möglichkeiten, neue Wege zu zeigen. Wir sind Eltern, Lehrer, Chefs und Vieles mehr. Wir sind das Vorbild unserer Kinder, letzten Endes das Vorbild, das sie nachleben, oder eben nicht. Jeder Mensch hat ein anderes Bild vom Ideal: Doch welches davon erklären wir den Schülern und wie sagen wir, was es im Leben wirklich braucht? In einer Zeit, in der es täglich Neues gibt, sind wir dazu angehalten, uns zu bilden und die Bildung weiterzugeben.

In dieser Zeit sind vor allem Lehrkräfte besonders gefordert: Sie sollen Fachleute für Gruppenarbeit sein. Außerdem sollen sie wissen, wie mit den verschiedenen Verhaltensauffälligkeiten von Schülern, bestimmten Formen von Behinderung und mit Schülern verschiedener Kulturen kompetent umgegangen werden sollte.

Lehrkräfte bewegen sich in dutzenden Spannungsfeldern

Es wird erwartet, dass Lehrer erfolgreiche Elterngespräche führen und im Team mit Kollegen zusammen für die Umsetzung der verschiedensten Reformen sorgen. Diese Themen werden in der Ausbildung zwar angesprochen, aber der Raum für vertiefende Auseinandersetzung ist meist leider nicht gegeben. Bestenfalls hat die angehende Lehrkraft während des Studiums ein Seminar besucht, in dem eines der Themen etwas näher behandelt wurde.

Lehrkräfte sollen sich in gleich dutzenden „Spannungsfeldern“ gegenüber Schülern/ Eltern/ dem Arbeitseber/ dem Lehrerkollegium/ dem Staat und weiteren kompetent bewegen und allen Anforderungen möglichst gerecht werden. Leider fehlt meist aber das Wissen um Handlungsmöglichkeiten.

Berufliche Überforderung birgt die Gefahr des Rückzugs

Die Lehrkräfte sind häufig überfordert, im Strudel der geforderten Ansprüche, die von allen Seiten auf sie eindringen und viel Zeit und Energie kosten, stets kompetent zu handeln.
Dauerhafte berufliche Überforderung birgt in allen Berufen die Gefahr des inneren und äußeren Rückzugs. Dies gilt gerade auch für Lehrkräfte, die in ihrem pädagogischen Handeln oft allein gelassen werden. “Dienst nach Vorschrift” bzw. nach Lehrplan und Schadensbegrenzung soweit es geht sind dann an der Tagesordnung. Die Ursachenbekämpfung und die kompetente Arbeit mit Schülern und Eltern bleiben aus Mangel an weiteren Kräfteressourcen unterdessen auf der Strecke.

Wie ist es möglich, dem entgegenzuwirken? Bisher findet Unterstützung nur begrenzt in Form fachlicher Supervision oder Gesprächen mit Kollegen und dem Schulleiter statt. In vielen Fällen kann deshalb ein professionelles Coaching helfen, um Lehrern neue Lösungsstrategien aufzuzeigen.

Testen Sie die Selbsthilfetipps für Ihren eigenen Unterricht

Aber auch mit einigen Selbsthilfetipps können Lehrkräfte bereits die ersten Schritte in Richtung Änderung beschreiten. Folgende Tipps beziehen sich auf das „Spannungsfeld“ zwischen Lehrkräften und ihren Schülern:

Fragen Sie Ihre Schüler, wie sie den Unterricht gestalten würden, wenn Sie mit Ihnen den Platz tauschen könnten. Sammeln Sie die Ideen gern anonym auf Zetteln und besprechen Sie diese anschließend zusammen als Klasse. Sie werden merken, dass Sie die Lernmotivation von Schülern steigern können, wenn diese eigene Ideen äußern dürfen.

Gestalten Sie den Unterricht aktiver und beziehen Sie Ihre Schüler mit ein. Nutzen Sie das Potential Ihrer Schüler und lassen Sie die Schüler womöglich einmal selbst den Unterricht führen und Sie korrigieren.

Machen Sie ein Spiel aus jedem Lernstoff und Sie werden merken, wie sich die Klasse öffnet und lernbereiter ist. Spielen Sie mit Ihren Schülern in Geographie zum Beispiel häufiger „Stadt, Land, Fluss“.

Gestalten Sie Ihren Unterricht möglichst anschaulich: Fotos und Bildmaterial erleichtern immer das Verständnis von Lehrinhalten.

Steigern Sie die Attraktivität von Lerninhalten, indem Sie zum Beispiel verschiedene Aufgaben als spannend, herausfordernd oder sogar als lustig ankündigen. Das weckt mehr Aufmerksamkeit und Neugierde.

Nutzen sie die Gunst der Stunde und lassen sich von Ihren Schülern in die Kanäle “YouTube”, “Instagram”, “Snapchat” und noch viele mehr instruieren.

Erleben Sie Spaß und Begeisterung und genießen Sie die Zeit mit Ihren Schülern.

Setzen Sie Alternativen ein für einen, der nicht gerne schreibt und nutzen zum Beispiel ein „Tablet“. Für Schüler, die gern malen, wird mit dem Pinsel geschrieben.

Werden Sie kreativ und nehmen Sie jeden Schüler als Individuum wahr.

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