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So wichtig sind Emotionen für den Unternehmenserfolg

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Ohne gutes Gefühl geht gar nichts. Erfolgreiches Umsetzen von Zielen hängt nicht nur von präziser Vorbereitung oder genauer Planung ab. Sowohl unsere Handlungen, als auch unsere Willensbildung werden maßgeblich von unseren Emotionen beeinflusst. Wie können Führungskräfte das Bewusstsein für die eigenen Ressourcen und Fähigkeiten stärken und positive Gefühle gewinnbringend mit den Unternehmenszielen verknüpfen?

 

Volition: die gefühlte Absicht zum Handeln

Laut aktuellen Erhebungen werden nur 40-60% der Zielvereinbarungen in Unternehmen erfüllt. Der Grund dafür liegt aber in erster Linie nicht daran, dass Anweisungen missachtet werden oder Fakten nicht ausreichend berücksichtigt werden. Die Hauptursache ist fehlende Volition. Volition bezeichnet einen Teil der Motivationspsychologie und untersucht den Prozess zur Willensbildung. Ist jemand motiviert eine Handlung auszuführen, folgt darauf die konkrete Planung, der feste Wille die Handlung wirklich auszuführen. Das ist die Volition. Ein starkes positives Gefühl, gleichsam ein emotionales GO, einen Gedanken in die Tat umzusetzen. Fehlt einem Mitarbeiter dieser persönliche Sinngeber passiert es, dass die Handlung ausbleibt und Ziele somit nicht erreicht werden können. Vorstellen kann man sich das in etwa so: Ich befinde mich inmitten meiner alljährlichen Diät gegen die Winterpfunde und vor mir steht aber eine leckere Sahnetorte. Nun muss meine Volition abnehmen zu wollen groß genug sein, um der süßen Versuchung widerstehen zu können. Und das gilt eben für alle guten Vorsätze und Ziele.

 

Haltung kommt VOR Verhalten

Wenn Mitarbeiter zielorientiert handeln sollen, können sie das nur dann, wenn sie über die nötigen Ressourcen für ihre Tätigkeit verfügen. Denn nur dann entwickeln sie eine entsprechend positive Haltung, aus der die handlungswirksame Absicht resultiert. Haltung kommt eben VOR Verhalten. Sollen Mitarbeiter Maßnahmen zur Zielerreichung erfolgreich umsetzen müssen sie eine feste Handlungsabsicht verinnerlicht haben. Erkenntnisse aus der Neuropsychologie zeigen, dass zur Zielerreichung bestimmte Zielhierarchien berücksichtigt werden müssen:

1. Haltungsziel: Ziele werden erreicht, wenn Mitarbeiter über eine starke Handlungsabsicht verfügen (Volition). Ihre Haltung resultiert aus ihren bewussten Ressourcen. Je mehr ein Mitarbeiter seine Kompetenzen und Fähigkeiten kennt, desto höher ist die Überzeugung, das Ziel auch zu erreichen.

2. Ergebnis- oder Sachziel: Erst wenn Mitarbeiter eine echte Absicht spüren, können sie kognitive, an Fakten messbare Ziele zweifelsfrei formulieren. Diese können besser verstanden, akzeptiert und effektiver umgesetzt werden, wenn Mitarbeiter positive Gefühle mit dem jeweiligen Ziel verbinden.

3. Verhalten: Die erarbeiteten Maßnahmen werden konsequenter umgesetzt, weil sie auf einer ressourcenorientierten und positiven inneren Haltung basieren.

Ein Mitarbeiter von einem Ziel bzw. einer Veränderung zu überzeugen hängt also davon ab, welche innere Haltung dieser zu den jeweiligen Personen und dem Thema hat. Machen sich hier eher negative Gedanken oder Zweifel bemerkbar, wird das Ziel eher als schwer erreichbar eingeschätzt und ein Misserfolg ist vorprogrammiert.

 

Ressourcen – die persönlichen Krafttankstellen

Es geht hier nicht um esoterisches „Positives Denken“. Unsere Ressourcen stehen uns in Form unserer Fähigkeiten, Kompetenzen und Wissen zur Verfügung. So können wir erfolgreich Prüfungen bestehen, Gehaltswünsche durchzusetzen oder wichtige Verkaufsabschlüsse generieren. Außerdem zählen unsere eigenen Erfolgserlebnisse, also bisher erreichte Ziele und alle Erinnerungen an gelungenen Herausforderungen dazu. Je besser wir unsere Ressourcen einschätzen und für neue Ziele und Aufgaben abrufen können, desto eher lösen sie in uns ein stärkendes positives Gefühl aus. Wir kennen dieses Erfolgsgefühl, wenn wir uns verlieben oder endlich einen großen Schritt in unserer Lebensplanung geschafft haben. Im sehr kontextspezifischen und eher faktisch geprägten Business-Alltag stehen uns diese gespeicherten Ressourcen oft nicht zur Verfügung. Wir können sie für bestimmte Situationen nicht abrufen, weil hier andere Erfahrungen und Verhaltensmuster vorherrschen. Und das erzeugt negative Gefühle, die das Erreichen von Zielen erschweren, oder gar unmöglich machen.

Wer als Führungskraft erfolgreich Ziele erreichen will und Misserfolge vermeiden möchte, sollte vorab drei Fragen beantworten können:

1. Ist dieses Ziel wirklich mit einem starken positiven Gefühl assoziiert?

2. Löst es eine absichtsvolle Haltung bei den Beteiligten aus?

3. Sind genügend Ressourcen vorhanden, um das Ziel zu erreichen?

 

Drei Schritte, um Ressourcenorientierung und Selbstmanagement erfolgreich in den Zielvereinbarungsprozess zu etablieren:

Die Aufgabe von Führungskräften besteht darin, die Mitarbeiter bestmöglich gemäß ihrer Ressourcen und Werte zu motivieren. Nur so können die Ressourcen im Unternehmen gewinnbringend umgesetzt werden und Unternehmensziele werden erfolgreich erreicht.

1. Etablieren Sie eine transformale Führungskultur: dieses Führungsverhalten berücksichtigt die Sinnhaftigkeit von Zielen für die Mitarbeiter und orientiert sich an Stärken und Kompetenzen.

2. Fördern Sie Selbstverantwortung und-management. So werden sich Mitarbeiter ihrer Ressourcen bewusst und führen Handlungen selbstbestimmt und reflektiert aus.

3. Schaffen Sie Ressourcenbewusstheit. Persönliche Erfolge sind wichtig und sorgen für Zufriedenheit bei der Arbeit Sind sich die Mitarbeiter ihrer Ressourcen bewusst, können sie diese leichter abrufen. Eine erfolgreiche Zielerreichung ist somit wahrscheinlicher.

 

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