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Was Führungskräfte von Schachspielern lernen können

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Glück im Spiel, Glück im Management! Strategisches Denken und überlegtes Handeln zählen zu den Grundzügen des Schachs. Ebenso wie in der Führung, zu der sich erstaunliche Parallelen herstellen lassen. Übertragen auf das Geschäftsleben können Führungskräfte im Alltag von diesen fünf Erkenntnissen des Schachspiels profitieren.

1. Qualität entscheidet

Wie oft glauben wir, unsere Produkte sind besser als die unserer Wettbewerber? Unsere Angebote und unsere Strategien einmalig? Wie beim Schach sollten wir erst einmal davon ausgehen, dass alles (ver)gleich(bar) ist. Dann machen wir vielleicht einen ganz anderen ersten Zug. Im Gegensatz zum Schachspiel, bei dem tatsächlich der Rahmen vorgegeben und immer gleich ist, ist es in der Geschäftswelt notwendig, sich mit der Ausgangslage deutlich intensiver zu beschäftigen. Wo steht das Unternehmen gerade? Wo stehe ich als Führungskraft? Was sind die Stärken des Produktes, unserer Dienstleistung etc. Nur wer weiß, wo er sich befindet, findet den richtigen Weg. Und der ist weder beim Schach noch in der Führung automatisch vorgegeben. Im Gegenteil: Die Dauer und der Verlauf des Weges zum Ziel sind zu Beginn in beiden Fällen vollkommen offen. Je nach Qualität der beiden Spieler kann sich die Partie sehr unterschiedlich gestalten.

2. Dame oder Springer?

Dame und Springer sind im Schachspiel zwei außergewöhnliche Figuren. Die Dame versteht es in alle Richtungen zu laufen, kann kurze wie lange Distanzen bewältigen und ist sowohl in der Verteidigung des Königs als auch in der Strategie des Angriffs die entscheidende Figur. Der Springer hingegen denkt und agiert „um die Ecke“. Nicht der gradlinige, sondern der richtungsändernde Weg ist sein Überraschungsmoment. Auch im Management sind beide Arten, sich auf dem Spielfeld zu bewegen, gefragt: Sowohl die über alle Entfernungen zielgerichtete, aber auch unterschiedlich schnelle Bewegung in alle Richtungen als auch das Denken um die Ecke.

3. Zug um Zug

Zugegeben steckt in beiden Figuren – Dame und Springer –  sehr viel Potenzial. Übertragen auf die Führungskompetenz heißt es deshalb immer genau abzuwägen, um den nächsten Zug gezielt machen zu können. Ist eine neue Stelle zu besetzen, müsste man idealerweise beide einstellen – auch wenn das meist nicht möglich ist. Außerdem gilt die Schach-Regel: Immer nur einen Zug machen! Danach ist der Gegenspieler dran. Führungskräfte müssen sich also sehr genau überlegen, was sie tun. Aus einer Vielzahl an Optionen wählen sie einen Zug aus und warten dann auf die Reaktion. Das verlangt viel Demut und Geduld. Wie oft erleben wir aber im geschäftlichen Umfeld eher eine Flut an Aktionen – an Zügen, ohne die Wirkung abzuwarten oder zu erfassen.

4. Achtsamkeit

Im Schach gilt die Regel „berührt – geführt“. Wenn ich einen Zug gemacht habe, dann habe ich diesen gemacht und kann ihn nicht rückgängig machen. Der nächste Zug obliegt meinem Gegenspieler. Führungskräfte müssen zunächst die Konsequenz akzeptieren, können aber dann auch wieder auf den Zug des Anderen reagieren. Im Schach wie im Geschäftsalltag führt das zu geradlinigen Entscheidungen und Aktionen. Ein weiterer Vorteil: Wir können uns von der sinnlosen Frage nach dem Warum befreien. War das jetzt richtig? Hätte ich nicht lieber …? Nein! Der Zug ist gemacht. Punkt! Nun ist zunächst einmal der Andere dran und dann kann ich wieder darauf reagieren.

5. Strategische Vorausschau

Gelegenheitsspieler spielen Schach eher in der einfachen Weise von Zug und Gegenzug. Profis überblicken weit mehr Züge im Voraus, wägen Möglichkeiten gegeneinander ab. Diese strategische Komponente ist es, die die Faszination des Schachspiels ausmacht. Eine deutliche Parallele findet sich im Management, wollen Führungskräfte in der oberen Liga mitspielen. Entscheidend für die Strategieentwicklung ist die Kombination aus Vorausdenken und der Gewissheit, den gemachten Zug nicht ungeschehen machen zu können. Das bedingt aber auch die Fähigkeit, sich der Situation zu stellen. Nach einem gemachten Zug nützt auch die beste Eingebung nichts mehr. Jetzt heißt es, sich auf die neue Gegebenheit einzustellen und vielleicht dieses Mal etwas genauer nach- oder vorauszudenken. Damit es tatsächlich heißt: Glück im Spiel, Glück im Management!

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