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Studie: Diese zwei Probleme müssen Arbeitgeber beim Homeoffice berücksichtigen 

Das Homeoffice als flexibles Arbeitsmodell erfreut sich momentan wachsender Beliebtheit, doch es ist nicht für jeden Arbeitnehmer geeignet. Worauf also müssen Arbeitgeber achten, um die Vorteile der Heimarbeit optimal nutzen zu können?

 

Der Ruf nach der Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice wird in vielen Unternehmen immer lauter. Die fortschreitende Digitalisierung erlaubt in zahlreichen Berufen mittlerweile die ortsunabhängige Arbeit am Laptop, während die Kommunikation mit Kollegen, Vorgesetzten, Kunden & Co problemlos via Smartphone, Skype oder andere digitale Mittel stattfinden kann. Auf dem Papier klingt es nach einer Win-Win-Situation: Die Mitarbeiter sparen sich Zeit sowie Geld für den Arbeitsweg und können durch die Arbeit im heimischen Büro fortan besser ihr Berufs- sowie Privatleben unter einen Hut bringen. Der Arbeitgeber profitiert derweil von Einsparungen bei Arbeitsmitteln und Büroräumlichkeiten. Doch wie so oft im Leben, hat auch die Medaille namens „Homeoffice“ zwei Seiten und es gibt ein Problem, welches viele Arbeitgeber bei der Einführung der Heimarbeit übersehen.

Was ist dran am Mythos: Mehr Produktivität durch Heimarbeit?

Im wissenschaftlichen Diskurs ist das Thema Homeoffice umstritten. Immer wieder gibt es Studien, die scheinbar für oder gegen das Arbeitsmodell sprechen. Es muss schlussendlich einfach differenziert betrachtet werden. Aber inwiefern? Mit dieser Frage hat sich auch der Wirtschaftswissenschaftler und Professor an der Stanford University, Nicholas Bloom, in einer Studie aus dem Jahr 2014 auseinandergesetzt. Er kam zu folgenden Ergebnissen: Die Arbeit im Homeoffice steigerte die Produktivität der betroffenen Mitarbeiter um rund ein Drittel. Gleichzeitig sparte der Arbeitgeber im neunmonatigen Studienzeitraum rund 1.900 US-Dollar pro Mitarbeiter im Homeoffice aufgrund der geringeren Kosten für Büroräumlichkeiten. Es klingt nach einer Win-Win-Situation…doch umso verblüffender war es für Bloom, dass anschließend an das Experiment etwa 50 Prozent der Probanden doch wieder die Präsenz im Büro dem Homeoffice vorzogen. Wo also lag das Problem mit dem flexiblen Arbeitsmodell?

Schattenseite der Medaille: Welches ist das Grundproblem beim Homeoffice?

Bloom und sein Team wollten herausfinden, welche diese andere Seite der Medaille war. Die Befragungen ergaben zwei eindeutige Antworten:

– Die Betroffenen fühlten sich sozial isoliert und/oder

– erhielten weniger Anerkennung für ihre Leistungen.

Sie befürchteten also einen nachteiligen Effekt der Heimarbeit auf ihre Karriere und ihren hierarchischen Aufstieg – zusätzlich zu den psychischen Auswirkungen von mangelnder Wertschätzung wie Unzufriedenheit oder Frust. Für Arbeitgeber bedeutet das also: Wenn sowohl sie selbst als auch ihre Angestellten vom Modell Homeoffice profitieren sollen, müssen deren Leistungen gleichermaßen gesehen und gewürdigt werden wie bei der persönlichen Präsenz im Büro auch.

Wie sieht aus Arbeitgebersicht die Lösung des Problems aus?

Es sind demnach simple Grundregeln, die bei der Einführung der Heimarbeit aus Arbeitgebersicht beachtet werden müssen – die aber leider noch viel zu oft übersehen werden:

1. Lassen Sie den Mitarbeitern die Wahl: Nur, wer freiwillig im Homeoffice arbeiten will, ist dann auch entsprechend motiviert und produktiv. Je höher der Zwang, umso geringer die positiven Konsequenzen.

2. Kreieren Sie eine Atmosphäre der Wertschätzung, unabhängig davon, ob sich der Angestellte im Büro, im Homeoffice oder auch auf Geschäftsreise befindet. Die Präsenz im Büro sollte vom beruflichen Erfolg entkoppelt werden. Es gilt also, Entscheidungskriterien wie jene für eine Beförderung oder Gehaltserhöhung neu zu definieren.

3. Bieten Sie flexible Kombinationsmöglichkeiten. Die Arbeit für das Homeoffice sollte kein Entweder-oder sein, sondern ein Sowohl-als-auch. So können alle Beteiligten von den Vorteilen der Heimarbeit ebenso profitieren wie von der persönlichen Präsenz im Büro – sprich Sie eliminieren die Schattenseiten beider Konzepte und kombinieren optimal deren Vorteile miteinander.

 

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