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Von der Pflicht zur Erholung: Auch Selbständige brauchen Urlaub

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Bernhard juchniewicz foto.128x128Bernhard JuchniewiczBusiness Coaching, Work-Life-Balance, Konfliktcoaching, Kommunikations-Coaching, Selbst- und ZeitmanagementZum Profil

Während die Klagen von Menschen mit angestellter Tätigkeit über Stress im Urlaub rückläufig sind, gibt es eine andere Gruppe, die oft gar nicht wagt, an Urlaub zu denken: die Selbständigen. Doch sie brauchen Erholung – und die finden sie auch im Alltag.

Jahrelang beklagten sich Angestellte darüber, dass sie für Kollegen oder Vorgesetzte nach Feierabend oder im Urlaub erreichbar sein mussten. Das Phänomen gibt es zwar noch, aber sowohl bei Arbeitgebern als auch bei Arbeitnehmern ist das Bewusstsein für den Wert einer ungestörten Erholungszeit gestiegen, nicht zuletzt dank des Siegeszugs des Begriffs „Work-Life-Balance“.
Wer da noch nicht von profitiert, sind die Selbständigen. Dabei ist ihr Anteil an der erwerbstätigen Bevölkerung im letzten Jahrzehnt überproportional gestiegen, vor allem der Anteil der Solo-Selbständigen und Freiberufler.

Bei ihnen ist Nichterreichbarkeit ganz besonders verknüpft mit existentiellen Befürchtungen. Die Folge: sie glauben, sich keine Auszeit erlauben zu können. Aus dem ständigen Standby-Modus, in dem Selbständige sich befinden, resultiert schnell eine besondere Form der Arbeitssucht (Workaholismus).

Selbständige haben oft keine klare Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit

Unter den Selbständigen sind es besonders die Freiberufler, die „selbst und ständig“ arbeiten.  Sie glauben, unabkömmlich im Job zu sein. Schließlich hat für sie ja auch die Arbeitswoche regelmäßig mehr als 40 Stunden. Wenn Angestellte in den Urlaub fahren oder sich an Wochenenden oder Feiertagen erholen, bleibt Freiberuflern und kleineren Selbständigen Zeit, ihre Ablage zu machen, vielleicht die Steuererklärung oder das nächste Angebot zu kalkulieren. Oder die Social Media Kanäle zu pflegen. Und bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 45 bis 65 Stunden pro Woche fällt die Umstellung auf Erholung schwer.

Umdenken beginnt oft erst in der Krise

Anstatt das geflügelte Wort ′sein eigener Chef sein′ wörtlich zu nehmen und auch das eigene Arbeitsleben so zu gestalten, dass das persönliche Wohlbefinden nicht zu kurz kommt, sind Selbständige in vielen Fällen auch ihre stärksten Antreiber. Familie und Freizeit kommen In den ersten Jahren der Selbständigkeit in der Regel immer zu kurz. Die Qualität der persönlichen Arbeitswelt wird meist erstmals hinterfragt, wenn bereits erste Auswirkungen zu bemerken sind, in Form von Beziehungskrisen oder gesundheitlichen Einschränkungen. Die treffen einen genau dann, wenn man sich eigentlich Erholung ′befohlen′ hat.

Nicht ohne Grund gehören Themen wie Zeit- und Selbstmanagement zu den häufigsten Anliegen, sowohl im Businesscoaching als auch im privaten Coaching. Und wer meint, ein gutes Zeitmanagement zu haben, weil er viel schafft, hat noch lange kein gutes Selbstmanagement. Beugen Sie drohendem Burnout gezielt vor.

Präventiv handeln – Erholung beginnt im Kopf

Es gibt viele gute Gründe, die dafürsprechen, sich eine Auszeit vom Job zu gönnen und wegzufahren, Abstand vom Alltag zu gewinnen und ganz unbeschwert neue Eindrücke zu gewinnen. Aber um wirklich langfristig leistungsfähig zu bleiben, müssen gerade Höchstleistende wie Selbständige und Freiberufler lernen, sich auch außerhalb des Urlaubs zu regenerieren. Die Stichworte heißen Psychohygiene, sinnesspezifische Anwesenheit, Regeneration und Vitalisierung und sie können mittels einfacher Methoden trainiert werden.

So kann zum Beispiel tägliche Meditation helfen, die Gedanken zu beruhigen und sich innere Klarheit und Tiefenentspannung zu verschaffen. Verzichten Sie auf Multitasking und seien Sie lieber vollständig sinnesspezifisch anwesend bei dem, was Sie gerade tun. Das gilt auch für die Zeit, die Sie mit Partner und Familie verbringen. Sinnesspezifische Anwesenheit ist ein essentieller Bestandteil der persönlichen Psychohygiene. Eine weitere Methode für den Erhalt der täglichen Leistungsfähigkeit ist z. B. auch das Power-Napping, eine kurze Auszeit durch ein Ausruhen, Schlafen am Tag. Studien haben nachgewiesen, dass die Leistungsfähigkeit des Gehirns nach Anwendung dieser Methode ansteigt.

In Zusammenarbeit mit einem professionellen Coach können Sie übrigens auch Ihre ganz persönlichen Stressoren lernen zu identifizieren und aufzuarbeiten. Dauerstress schadet nicht nur Herz und Kreislauf, sondern macht uns vergesslich und unkreativ und verhindert, dass wir neue Eindrücke aufnehmen und verarbeiten. Für einen Unternehmer, der selbst sein wertvollstes Kapital ist, unverantwortlich.

Und wenn dann der wohlverdiente Urlaub wirklich in die Tat umgesetzt wird, können Sie ihn dank positiver erlernter Einstellungs- und Verhaltensweisen auch garantiert genießen.

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