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Ziele erreichen – (nur) durch Ändern der Perspektive

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William FernBusiness Coaching, Change Management, Führungskräfte-Coaching, Systemisches Coaching, Karriere/ Skills-Coaching
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Mykhailo Lukashuk / Blend Images / Getty Images

oder “Wie ein Chihuahua ein Mobbing-Problem löst” oder “Wie Frau Monster, Frau Chihuahua wurde”.

Menschen reagieren auf dieselben Vorfälle auf unzählbare Weise. Das Ereignis bestimmt nicht unsere Reaktion. Die Art wie unsere Sinne Informationen wahrnehmen und speichern kann oft bestimmen, wie eine Person eine Erfahrung verarbeitet und auf sie reagiert.

Zu verstehen, wie wir die Verarbeitung sensorischer Informationen beeinflussen können, kann uns dabei helfen, Ziele des Alltags besser zu erreichen. Sehen wir uns zum Beispiel von Eva B. an. Eva hat es geschafft zu lernen, mit Frau Monster, ihrer Chefin, besser umzugehen. Sie werden die Beiden gleich kennenlernen.

Mit anderen Worten also: Die fünf Sinne – Sehen, Hören, Berührung, Geruch, und Geschmack – vermitteln Informationen an die „Seele“. Maßgeblich ist es, wie diese sensorischen Informationen von der „Seele“ verarbeitet werden, was uns dazu bringt, die Welt in einer bestimmten Weise zu interpretieren und uns dementsprechend zu verhalten, sodass wir im Idealfall unsere Ziele erreichen.

Während dieses Verarbeitungsprozesses können sensorische Informationen gelöscht, verzerrt oder generalisiert werden. Dies versetzt uns dazu in die Lage unser Leben fröhlich weiter zu leben, ohne dass sich die Sinne überladen.

So tickt unsere Neurologie; so sind wir gestrickt. Es sind nicht die Sinne die Fehlinformationen geben, sondern das, was mit den vermittelten Sinneseindrücken während des Verarbeitungsprozesses geschieht. Goethe sagte: Die Sinne trügen nicht, aber das Urteil trügt.

Die Bedeutung unserer sinnlichen Wahrnehmung zu verstehen und unseren potenziellen Nutzen daraus zu ziehen, kann uns enorm bei unseren täglichen Aufgaben helfen.

Wie? Untersuchen wir doch kurz, wie Zustände wie Wut oder Glück erschaffen werden können. Die Emotion und das Verhalten einer Person kann ein Ergebnis daraus sein, wie sensorische Informationen mental in der Sinneswahrnehmung repräsentiert sind, denn so werden Erfahrungen definiert und repräsentiert. Wenn wir das wissen, können wir vorherbestimmen, wie wir in einer gegebenen Situation reagieren.

Was bedeuten Namen überhaupt?

Wenn wir ein Ereignis erleben, sucht unsere Neurologie vielleicht nach vergangenen Erfahrungen. Das sichert unser Überleben und hilft uns dabei Fehler nicht zu wiederholen. Obwohl der Kontext einer gegebenen Erfahrung vielleicht ein anderer ist, können Sinneseindrücke für ähnliche Ereignisse abgerufen werden und beeinflussen, wie sich eine Person in der gegenwärtigen Situation verhält. Obwohl dieser Prozess eigentlich dazu gedacht ist, uns zu schützen und uns zu helfen, führt diese Reaktion vielleicht zu völlig unangebrachtem und unvorteilhaftem Verhalten.

Eine meiner Klienten, nennen wir sie Eva, hatte früher „ernste und emotional verstörende Erfahrungen“ mit ihrer Chefin. Es wurde so schlimm, dass Eva von ihr nur noch als Frau Monster sprach, anstatt sie bei ihrem Namen zu nennen. Evas Beschreibung ihrer Chefin war so graphisch und präzise, dass man schon fast den Rauch und die Flammen sehen konnte, die aus Frau Monsters Rachen, Nase und Ohren strömten. Man konnte hören, wie ihre schrille Stimme einen herunter putzt. Sie hat dann die Kritik ihrer Chefin verinnerlicht und sich im Gegenzug dann selbst beschimpft. Muss es einen wundern, bei diesen sensorischen Bildern von Frau Monster, dass Eva sowohl ihr Selbstbewusstsein als auch ihre Motivation verloren hatte, in ihrer Karriere aufzusteigen?

Dieses negative Bild hatte verheerende Auswirkungen auf Evas Gesundheit. Das Ziel war, Eva dabei zu helfen, ihre Sichtweise bezüglich ihrer Chefin neu zu gestalten. Und das mit folgender Aufgabenstellung:

„Eva, in den nächsten zwei Wochen, wann immer du über deine Chefin sprichst oder an sie denkst, möchte ich, dass du von ihr als Frau Chihuahua sprichst.“

Eva brach unwillkürlich in Gelächter aus und sagte:“Ich fühle mich jetzt schon besser.“

Das Ziel war es, Eva dabei zu helfen zu lernen, wie man negativ besetzte Menschen, Dinge und Erfahrungen umgestalten kann. Nur eine einfache Sache, wie einem vormals erschreckenden Bild einen witzigen Namen zu geben, hilft dem Gehirn anders darüber zu denken.

In der Folgesitzung beschrieb Eva ein spontanes Zusammentreffen mit ihrer Chefin Frau Chihuahua.

Während dies normalerweise ein sehr unangenehmes Zusammentreffen für Eva gewesen wäre, war Eva positiv überrascht, dass sie sich besser gegen sie hat behaupten können. Ihre negativen physischen Symptome waren fast verschwunden. Was zuvor ein negatives Zusammentreffen gewesen wäre, war jetzt, so fand Eva positiv überrascht heraus, sehr viel besser zu verkraften!

Für Eva hatte sich Frau Chihuahua automatisch verändert: Sie schien blass, kleiner und weniger überheblich. Ihre Stimme war schüchtern und kaum hörbar im Vergleich zu der von „Frau Monster“.

Es gibt gute Anzeichen dafür, dass Eva jetzt besser mit Situationen umgehen kann, die ihre Chefin betreffen.

Dies macht aus der Erinnerung keine „Lüge“ oder etwas, vor dem Sie weglaufen müssen. Es verändert lediglich Ihre Wahrnehmung von und ihre Perspektive bezüglich der Situation oder des Ereignisses, damit Sie die gespeicherte Wahrnehmung besser handhaben können. Denken Sie dran, gespeicherte Wahrnehmung ist bereits nur eine subjektive und oft verzerrte Interpretation dessen, was tatsächlich geschehen ist, und nichts weiter.

Diese Namensänderung löste eine Veränderung in Evas Wahrnehmung aus: Ihre Chefin war nicht länger ein feuerspeiendes Monster mit geblähten Nüstern, sondern sank zusammen zu einem sanftmütigen kleinen Schoßhündchen. Jetzt kann Eva ihrer Chefin besser entgegentreten und sich so besser darauf konzentrieren, ihre Karriereziele zu erreichen, was ganz oben auf ihrer Prioritätenliste steht.

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